Fliegerhorst: Stadt richtet Gewerbeflächenentwicklung neu aus
Die Konversion des Fliegerhorsts bleibt ein zentrales Zukunftsthema für Fürstenfeldbruck – allerdings unter deutlich veränderten Vorzeichen, wie während des Wirtschaftsempfangs der Stadt deutlich wurde.
Vor rund 100 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verdeutlichten nun Oberbürgermeister Christian Götz und Nadja Kripgans-Noisser, Leiterin der Stabsstelle Konversion Fliegerhorst, welche Folgen die neue Lage hat.
Hintergrund ist die veränderte geopolitische Situation seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die daraus folgende Neubewertung militärischer Standorte durch die Bundeswehr. Das betrifft auch den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck. Das rund 200 Hektar große Areal, für das die Stadt über Jahre konkrete Entwicklungspläne erarbeitet hatte, steht bis auf Weiteres nicht wie erhofft zur Verfügung.
Kripgans-Noisser erinnerte daran, dass das Projekt zuletzt „richtig Fahrt aufgenommen“ habe. Der städtebauliche Wettbewerb war abgeschlossen, mit dem Siegerentwurf des Kopenhagener Büros Adept lag ein Konzept vor, „das wir wahnsinnig gerne umgesetzt hätten“. Im September 2025 sei jedoch von Seiten der Bundeswehr klar geworden, dass die Flächen bis auf Weiteres nicht verkauft werden.

(v.l.) Oberbürgermeister Christian Götz, Nadja Kripgans-Noisser und Wirtschaftsförderer Felix Kretz sprachen beim Wirtschaftsempfang über Konversion, Gewerbeflächenentwicklung und die wirtschaftliche Zukunft Fürstenfeldbrucks.
Götz: Nicht „den Kopf in den Sand stecken“
Götz brachte die Konsequenz klar auf den Punkt: „Den eigentlichen Plan, dort in großem Maße Gewerbe anzusiedeln, können wir vergessen.“ Zugleich betonte er, die Stadt wolle die Entwicklung nicht einschlafen lassen und nicht „den Kopf in den Sand stecken“. Vielmehr gehe es darum, die wirtschaftliche Entwicklung Fürstenfeldbrucks aktiv weiterzuführen.
Ein Ansatzpunkt ist der Standortdialog mit Bundeswehr und Bundesverteidigungsministerium. Die Stadt will darin ausloten, ob kleinere Teilflächen aus dem Gesamtareal herausgelöst und für eine Entwicklung in Fürstenfeldbruck nutzbar gemacht werden können. Parallel entsteht direkt beim Oberbürgermeister eine strategische Gewerbeflächenentwicklung, die frei werdende Kapazitäten aus der Konversion mit der Wirtschaftsförderung bündelt.
Kripgans-Noisser beschrieb diese neue Struktur als Gelenk zwischen den beteiligten Ämtern. Das klinge zunächst technisch, sei aus Verwaltungssicht aber „fast revolutionär“. Gerade die Gewerbeflächenentwicklung sei eines der Themen, das derzeit „akut am schnellsten und am meisten wehtut“, sagte sie mit Blick auf die ursprünglichen Pläne für den Fliegerhorst.
Job-Speeddating und Innovationsnetzwerk
Flankiert wird diese strategische Neuausrichtung durch die Arbeit der städtischen Wirtschaftsförderung. Wirtschaftsförderer Felix Kretz verwies unter anderem auf das Job-Speeddating und das Innovationsnetzwerk im Landkreis als Formate, die Unternehmen, Start-ups, Fachkräfte und Nachwuchskräfte stärker miteinander vernetzen sollen.
Damit bleibt der Fliegerhorst trotz der veränderten Rahmenbedingungen ein Schlüsselthema für Fürstenfeldbruck. Die großen Perspektiven auf dem Areal sind derzeit eingeschränkt. Die Stadt will aber weiter Chancen ausloten, Flächen sichern und den Wirtschaftsstandort strategisch stärken.
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