Hier schreibt der Oberbürgermeister

Sehr geehrte Brucker Bürgerinnen und Bürger, 

natürlich wollen und werden wir uns an den Krieg in der Ukraine nicht gewöhnen und mit Mahnwachen weiterhin darauf aufmerksam machen, welches Leid ein Despot namens Putin verursacht. Zufrieden darf festgestellt werden, dass ganz Europa den ukrainischen Flüchtlingen weiterhin seine Unterstützung zukommen lässt und nun auch verstärkt Waffen in die Ukraine geliefert werden, um dem russischen Aggressor noch mehr Widerstand leisten zu können oder es sogar gelingt, die russischen Besatzer aus den Städten und Regionen zu vertreiben. 

Für die Unterstützung der Flüchtlinge in der Stadt und im Landkreis möchte ich allen freiwilligen Helferinnen und Helfern in den unterschiedlichsten Vereinigungen und Vereinen auch an dieser Stelle nochmals meinen Dank aussprechen. 
Diese Katastrophe ist aber noch nicht vorbei und wird uns noch lange beschäftigen. 

Unabhängig davon freut es uns, dass es wieder etwas zu feiern gab und wir im Nachhinein feststellten, bei der Durchführung des Volksfestes fast alles richtig gemacht zu haben. Es waren zehn wunderbare Tage. Auch Petrus hatte mit dem Wetter weitestgehend sein Einsehen, so dass eigentlich alle zufrieden sein konnten. Leider trifft das nicht auf die unmittelbare Nachbarschaft rund um den Volksfestplatz zu. Während die übermäßige Lautstärke an den Wochenenden gerade noch so akzeptiert wurde – dafür vielen Dank an die Bewohner rund um das Volksfest für ihr Verständnis –, war und ist vollkommen inakzeptabel, dass angrenzende Bereiche als zusätzliche Toiletten missbraucht wurden und nach dem „Vorglühen“, wie es so schön genannt wird, ein Berg von Flaschen hinterlassen wurde. Bei allen Zugeständnissen und der Freude am Feiern ist das ein Verhalten, das nicht akzeptiert werden kann und die positive Stimmung, die das Volksfest bescherte und die in den zehn Tagen auch vorhanden war, trübt. 

Mit einer sehr langen Vorlaufzeit ist Gott sei Dank die Zeit vorbei, in der die Fahrgäste am Bahnhof Buchenau nicht genau wussten, ob die S-Bahn in Richtung München auf Gleis 2 oder 3 abfährt. Die Zuganzeiger sind seit dem 26. April in Betrieb, so dass alle Fahrgäste beim Zugang zu den Bahnsteigen ablesen können, auf welchem Gleis die S-Bahn abfährt. 
Am 9. Mai fand der symbolische Spatenstich für den Umbau des Bahnsteigs 1 und den barrierefreien Ausbau des Bahnhofes Fürstenfeldbruck statt. Die Arbeiten schreiten voran und wenn alles nach dem Zeitplan läuft, können sich die Fahrgäste ab dem Spätherbst über wesentliche Verbesserungen freuen. Mit der Ertüchtigung des Bahnsteigs 1 können ab der Fahrplanumstellung im Dezember hier Regionalzüge halten. Dazu kommt, dass mit einem weiteren Aufzug Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder auch Eltern mit Kinderwägen einen kürzeren Weg zum Bahnhofsvorplatz haben werden. 

Seit drei Jahren beteiligt sich die Stadt mit verschiedensten Veranstaltungen an der Europäischen Mobilitätswoche, die auch bundesweit immer mehr Beachtung fand. Im vergangenen Jahr bewarben wir uns bei dem deutschlandweiten Wettbewerb und wurden vom Bundesumweltministerium in der Kategorie „bestes Programm“ in der Kategorie der Städte bis 100.000 Einwohner mit dem 1. Preis ausgezeichnet. 
Mit diesem Preis hat die Stadt den Hattrick im Bereich nachhaltiger Mobilität geschafft, wie eine örtliche Zeitung darüber berichtete. Zuvor erhielten wir die Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Kommune“ in Bayern und die Prämierung für das Projekt „Lastenräder für alle“. Diese Auszeichnungen belegen, dass die Stadt in Sachen umweltgerechter Mobilität auf einem sehr guten Weg ist. Es liegen noch viele Aufgaben vor uns, die aber mit einer fachkundigen und vor allem engagierten Verwaltung ganz sicher Zug um Zug abgearbeitet werden. Dafür vielen Dank an die Verwaltung, deren Verdienst die Auszeichnungen sind! 

Zum Ende des Monats April erreichte uns das freundliche Schreiben der Kommunalaufsicht zum Haushalt. Der erste Blick richtete sich natürlich auf den Bescheid, mit dem uns auf Seite 1 der Haushalt 2022 genehmigt wurde. Was wir aber auf den folgenden 15 Seiten zu lesen bekamen, sind deutliche Hinweise, dass wir unsere Hausaufgaben nicht gemacht haben. Der Haushalt für heuer wurde uns mit dem Hinweis gerade noch gewährt, dass der kommende mehr als gefährdet ist, wenn wir dann einen ähnlichen vorlegen. Das bezieht sich nicht nur auf die Investitionen zu den Pflichtaufgaben – Schulen, Kindergärten, Rathaus usw. –, sondern vor allem auf freiwillige Leistungen. Hier gibt es Wünsche und Begehrlichkeiten, die nicht erfüllt werden können, wenn die finanziellen Mittel fehlen. 

Ähnlich ist es bei den Stadtwerken – ein privatwirtschaftliches Unternehmen in städtischer Hand –, das sich auf dem Markt behaupten und im Hinblick auf die angestrebte Klimaneutralität große Investitionen tätigen muss. Zu glauben, dass man diesen alles aufbürden könne, was durch die Stadt nicht leistbar ist, gefährdet ein Unternehmen. 
Damit bin ich auch kurz beim Thema Hallenbad, über das man den halben RathausReport füllen könnte. Sich als Vorsitzender für seinen Verein einzusetzen, ist sehr löblich. Wenn jemand allerdings anderen, die nicht im Verein sind oder die Sportart nicht in der Perfektion ausüben können wie die Mitglieder selbst, eine Fachkompetenz abspricht und eine fundierte Planung als „vorsintflutlich“ und nicht „zukunftsorientiert“ bezeichnet, so disqualifiziert er sich selbst. 
Zum Glück ist die Mehrheit des Stadtrates dem verfahrensmäßig fehlerhaften Dringlichkeitsantrag von Herrn Stadtrat Pötzsch trotz einer Änderung nicht gefolgt, so dass die Planungen für ein zukunftsweisendes Hallenbad vorangebracht werden können. 
Zum Schluss ist auch noch ein Satz zu den Wünschen des Fußballvereins Türkgücü München zu sagen, der einige seiner Spiele in der Regionalliga im Stadion an der Klosterstraße bestreiten möchte. Grundsätzlich kann man sich darüber unterhalten, wenn es gewünscht wird. Bis zum Redaktionsschluss dieses RathausReports lag aber keine schriftliche Anfrage vor. Weder von Türkgücü, dem SCF oder dem Bayerischen Fußballverband. Offensichtlich wurde bislang übersehen, wer „Hausherr“ und wer „Nutzer“ ist. Unabhängig davon, dass es ein Armutszeugnis für die Weltstadt München ist, wenn es einem Münchner Verein keine entsprechende Spielstätte zur Verfügung stellen kann und dieser sich oberbayernweit auf die Suche begeben muss. 

Genießen Sie die angehende wärmere Jahreszeit und nutzen Sie auch die Vielfalt unserer Gastronomie mit den schönen Biergärten. 

Ihr

Erich Raff

Oberbürgermeister




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