Besondere Ehre für Viehmarktplatz

Bemerkenswerte Würdigung für Fürstenfeldbruck: Der südliche Viehmarktplatz hat landesweit fachliche Beachtung gefunden. Bei der Jahrestagung "Wohnraumförderung/Städtebauförderung Bayern" des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr ist der Platz nun von Staatsminister Christian Bernreiter als gelungenes Beispiel für die Klimaanpassung öffentlicher Räume gewürdigt worden.

„Diese Erwähnung ist für uns eine schöne Bestätigung“, sagt Brucks Stadtbaurat Johannes Dachsel, der bei der Zusammenkunft in Roth vor Ort war. „Der Viehmarktplatz Süd zeigt, wie öffentliche Räume trotz vielfältiger Anforderungen klimaangepasster gestaltet werden können.“

Die Tagung stand unter dem Schwerpunkt „Regen. Hitze. Wandel. Impulse für lebenswerte Orte“. Damit rückten genau jene Fragen in den Mittelpunkt, die auch bei der Umgestaltung des südlichen Viehmarktplatzes eine wichtige Rolle gespielt hatten: Wie können öffentliche Räume besser mit Hitze umgehen? Wie lässt sich Regenwasser vor Ort nutzen? Und wie entstehen Plätze, die nicht nur funktional sind, sondern auch Aufenthaltsqualität bieten? 

Der südliche Viehmarktplatz war im vergangenen Jahr nach mehr als einjähriger Bauzeit offiziell eröffnet worden. Die Umgestaltung wurde maßgeblich durch Mittel des Freistaats ermöglicht. Vorausgegangen waren viele Jahre der Diskussion, Planung und politischen Abwägung.

Der südliche Viehmarktplatz verbindet Marktnutzung, Aufenthaltsqualität und Elemente der Klimaanpassung.


Gestaltung folgt Prinzip der Schwammstadt

Folge: Aus dem einst vor allem als Parkplatz genutzten Bereich ist mittlerweile ein neuer öffentlicher Raum entstanden, der weiterhin befestigt und vielseitig nutzbar ist (etwa für den Grünen Markt, Veranstaltungen oder den Christkindlmarkt), der zugleich aber stärker auf Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität ausgerichtet wurde. Parkmöglichkeiten stehen weiterhin auf dem nördlichen Viehmarktplatz zur Verfügung.

Zu den weniger auf den ersten Blick sichtbaren Besonderheiten gehört der offen verlegte Natursteinbelag. Auch wenn der Viehmarktplatz weiterhin ein befestigter Stadtraum ist, funktioniert er nicht wie eine vollständig versiegelte Fläche: Regenwasser kann über Fugen versickern und wird unter anderem Rigolen und einer Zisterne zugeführt.

Damit folgt die Gestaltung dem Prinzip der Schwammstadt: Wasser soll möglichst vor Ort aufgenommen und gespeichert werden, statt direkt in die Kanalisation abzufließen. Hinzu kommen klimaangepasste Bäume, Staudenflächen, Sitzmöglichkeiten, ein Trinkwasserbrunnen sowie ein Fontänenfeld, das besonders an heißen Tagen für Kühlung sorgen kann.

Der Trinkwasserbrunnen auf dem Viehmarktplatz ist gerade an heißen Sommertagen beliebt.


Auch kritische Stimmen zum Viehmarktplatz

Dass der Platz öffentlich bis heute dennoch auch kritisch bewertet wird und unterschiedliche Erwartungen aufeinander prallen hinsichtlich Aufenthaltsqualität, Begrünung, Marktnutzung, Veranstaltungen, Rettungswege, Lieferverkehr, Barrierefreiheit und Parkraum, gehört zu einem solchen Projekt im Herzen der Stadt dazu. 

Die jetzige Erwähnung bei der bayernweiten Fachveranstaltung zeigt laut Dachsel allerdings, dass die planerischen Ansätze des Projekts auch über Fürstenfeldbruck hinaus wahrgenommen werden. Zumal: Mit Blick auf zunehmende Hitzeereignisse, Starkregen und die Frage nach lebenswerten Innenstädten wird Klimaanpassung in der Stadtentwicklung immer wichtiger.




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