Rotmilane in Olching mit Nervengift getötet

Nun herrscht Gewissheit: Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Fürstenfeldbruck hat bestätigt, dass zwei in Olching tot aufgefundene Rotmilane mit dem Nervengift Carbofuran vergiftet worden sind. Die Vögel waren Anfang Mai am Gehölzrand des Zitzstaudengrabens gefunden worden. Wie die Behörde weiter mitteilte, werden zudem tote Krähen bei Aich auf eine mögliche Vergiftung untersucht.

Carbofuran ist ein hochwirksames Nervengift und seit 2008 EU-weit verboten. Besonders gefährlich ist, dass Carbofuran bereits über die Haut aufgenommen werden kann. Damit besteht nicht nur für Wildtiere ein Risiko, sondern auch für Spaziergängerinnen und Spaziergänger, Kinder sowie Hunde, wenn sie mit Kadavern oder verdächtigen Substanzen in Kontakt kommen.

Das Landratsamt appelliert deshalb eindringlich an die Bevölkerung, tote Vögel, andere Tierkadaver oder auffällige Substanzen keinesfalls anzufassen oder mitzunehmen. Kinder sollten von entsprechenden Fundorten ferngehalten werden und Hunde in den betroffenen Bereichen an der Leine geführt werden, um jeden Kontakt mit möglichen Giftködern oder verendeten Tieren zu vermeiden.

Wer ein totes Tier oder eine verdächtige Substanz findet, sollte den Fundort möglichst genau dokumentieren – beispielsweise mit GPS-Koordinaten, einer genauen Ortsbeschreibung und Fotos der Situation. Wichtig ist dabei, den Fundort nicht zu verändern. Anschließend sollte umgehend die örtliche Polizei über den Notruf 110 informiert werden. Zusätzlich können Hinweise über die Plattform „Tatort Natur“ unter www.tatort-natur.de gemeldet werden.

Die Aufklärung illegaler Wildtiertötungen ist häufig schwierig. Hinweise aus der Bevölkerung können deshalb entscheidend dazu beitragen, entsprechende Fälle zu dokumentieren und mögliche Täter zu ermitteln. Das Projekt „Tatort Natur“ des LBV und der Gregor Louisoder Umweltstiftung nimmt Hinweise auf Naturschutzkriminalität entgegen und unterstützt dabei, solche Vorfälle sichtbar zu machen.

Die Untersuchung der vergifteten Tiere war durch die Untere Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) veranlasst worden und erfolgte am Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Das Landratsamt warnt: In Olching wurden Rotmilane vergiftet.
Foto: iStock





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