Sitzung des Kultur- und Werkausschusses vom März 2026
Bibliothek blickt auf erfolgreiches Jahr zurück
Es war ein herausforderndes, aber auch sehr erfolgreiches Jahr, fasste Bibliotheksleiterin Diana Rupprecht im Rückblick zusammen. 2025 sei geprägt gewesen vom Umbau des Lesecafés und vielen Events für große und kleine Büchereibesuchende, führte sie in der März-Sitzung des Kultur- und Werkausschusses aus. Im Kinder- und Jugendbereich gab es über 100 Aktionen für Schulklassen, Kindergarten- und Hortgruppen. Hinzu kamen zwölf Lesungen und Kindertheater sowie 59 offene Veranstaltungen. Für Erwachsene wurde ebenfalls einiges geboten. Als Beispiel nannte Rupprecht die bundesweite Nacht der Bibliotheken, die im April zum ersten Mal stattfand. Es ist wichtig, dabei zu sein“, betonte sie. Weitere Höhepunkte waren die Brucker Kulturnacht, das Aumühlenfest und die Kleidertauschparty. Aber auch die anderen Angebote für Erwachsene zogen viele Bruckerinnen und Brucker an.
Erfreulich seien zudem die hohen Ausleihzahlen. Demnach wurden insgesamt rund 326.250 Ausleihen verzeichnet. Vor allem die Beliebtheit von Kindermedien sei immer noch ungebrochen. Dies gelte nicht nur für Nichtbuch-Medien, sondern auch für Kinderbücher. Daher stelle sich die Frage, wie die Kinderbibliothek räumlich erweitert und die Aufenthaltsqualität dort verbessert werden könnte. In einem ersten Schritt sollen neue Sitzmöbel für mehr Gemütlichkeit sorgen, so Rupprecht. Eine Steigerung zeigte sich außerdem bei den Romanen. Ein Rückgang war dagegen bei den Ausleihzahlen der Musik-CDs zu verzeichnen. Hintergrund sei, dass der Medienbereich „Pop-, Rock-/Weltmusik“ aus dem Sortiment genommen wurde. Aktuell werden zwar noch Klassik, Jazz und Blues angeboten, doch die Bibliotheksleiterin glaubt, dass das Format CD irgendwann ganz verschwinden wird. Die Ausleihen digitaler Medien seien in den vergangenen Jahren auf einem etwa gleichen Niveau geblieben.
Abgeschlossen ist die Neugestaltung des Thekenbereichs im Lesecafé. Nachdem einige Regale in diesem Bereich abgebaut wurden, konnte dort auch ein größerer Tisch für Gruppen aufgestellt werden. Dieser wird etwa vom Sprachcafé und von der Sträkelgruppe genutzt. Ohnehin haben die Kundenfrequenz und die Aufenthaltsdauer im Lesecafé über die Jahre zugenommen. Die Entwicklung des Kreativquartiers werde die Beliebtheit noch steigern, so Rupprecht. Man denke darüber nach, ob eine Anpassung der Öffnungszeiten und eine neue inhaltliche Ausrichtung sinnvoll wäre. Ein Projekt, das noch heuer angegangen werden soll, ist die Sanierung der Toilettenanlage.
Markus Droth (FW) fragte mit Blick auf die mögliche Weiterentwicklung von der klassischen Bibliothek zu einem Sozial- und Erlebnisort, ob die Bibliothek auch ein integrativer Ort sei. Rupprecht zeigte auf, dass es mit dem Sprachcafé und den Deutsch-Integrationskursen bereits entsprechende niederschwellige Angebote gebe. Bibliotheksreferentin Irene Weinberg (BBV) bestätigte dies. Hier könne sich jeder reinsetzen, egal welcher Stand oder welche Herkunft, sagte sie.
Veranstaltungsforum: Sanierungsstau vermeiden
Voller Stolz konnte Norbert Leinweber kürzlich im Kultur- und Werkausschuss verkünden, dass das Veranstaltungsforum gut gewirtschaftet und den Finanzrahmen eingehalten hat. „Es sind noch rund 130.000 Euro da“, sagte der Leiter der Einrichtung. Der Jahresfehlbetrag 2025 liegt damit bei gut 1,68 Millionen Euro bilanziell. Mit dem Geld aus dem Restbudget sollen längst fällige Reparaturen und Instandhaltungen in Angriff genommen werden. Denn ein Sanierungsstau sollte vermieden werden. „Das Haus ist jetzt 25 Jahre alt“, betonte Leinweber. Man könne in einem „runtergerockten“ Gebäude keine Tagungen machen. Vielmehr müsse man ein Auge auf die Substanz haben. Zumal es sich nicht um ein Haus von der Stange handele. Es gehe um 4.300 Quadratmeter Nutz- und 23.000 Quadratmeter Freifläche, die in Schuss gehalten werden müssen.
So werden derzeit beispielsweise die Poller-Leuchten auf dem Gelände und die auf die Fassade der Klosterkirche ausgerichteten Scheinwerfer ausgetauscht. „Dass die Beleuchtung essentiell ist, merkt man erst, wenn sie nicht da ist“, sagte Sitzungsleiterin und Dritte Bürgermeisterin Birgitta Klemenz (FBM). Für heuer sind an größeren Maßnahmen, wie die Bodenaufbereitung im Stadtsaal, im Neuen Foyer und in den Künstler-Toiletten sowie die Erneuerung der Hydraulik der Aufzüge in Haus 11/12 und der Austausch der Duschen in den Künstlergarderoben vorgesehen. Irene Weinberg (BBV) fragte nach der angedachten Photovoltaik. Diese war jedoch zugunsten anderer städtischer Gebäude nach hinten verschoben worden.
Tariferhöhungen auch für die Vereine?
Raumkosten sowie Gebühren für Mobiliar, Technik und Dienstleistungen werden im Veranstaltungsforum Fürstenfeld alle zwei Jahre überprüft und in der Regel um rund zehn Prozent erhöht. Auch heuer befasste sich der Kultur- und Werkausschuss im März mit den vorgeschlagenen Anpassungen. Norbert Leinweber, Leiter der Kultureinrichtung, stellte die neuen Preise vor und sprach sich dafür aus, die Zweiteilung beizubehalten: Tarif A für örtliche Vereine, Parteien, städtische Institutionen und nichtkommerzielle Kulturveranstaltungen sowie Tarif B für alle übrigen Nutzer. Er betonte, dass Tarif A bereits mehrfach von zehn auf fünf Prozent Anpassung reduziert worden sei. Eine weitere Absenkung sei nicht sinnvoll. Markus Droth (FW) widersprach und warnte, die steigenden Kosten machten das Forum für Vereine zunehmend unattraktiv. Es gebe ohnehin nur noch wenige, die sich dort einmieten würden. Leinweber entgegnete, Vereine könnten dies über eine Erhöhung der Eintrittspreise ausgleichen oder Zuschüsse bei der Stadt beantragen. Peter Glockzin (FW) erinnerte daran, dass das Veranstaltungsforum ursprünglich auch für Vereine geschaffen worden sei, die nun abwandern könnten. Leinweber hielt dagegen, größere Akteure wie die Chöre oder die Stadtkapelle seien weiterhin präsent. Unterstützung erhielt er von Klaus Wollenberg (FDP), der vor steigenden Defiziten warnte. Der Finanzreferent ärgerte sich, dass jedes Mal die gleiche Diskussion geführt werde. Es gehe dabei um ein, zwei Vereine, die in Bruck politisch unterstützt würden. Man habe beim Veranstaltungsforum seit Jahren ein vergleichsweise geringes Defizit, das mit Disziplin erreicht worden sei, sagte er mit Blick auf die Stadthalle Germering. Dort wird wohl eine Veranstaltung im Jahr für Vereine kostenlos ermöglicht. Das Minus betrage aber dort auch ein Vielfaches. Wenn die Vereine in Bruck nun weniger zahlen, steige der Fehlbetrag und diesen zahle letztlich die Allgemeinheit. Walter Schwarz (SPD) fragte, von wieviel Geld die Rede sei. Die Zahlen hatte Leinweber jedoch nicht parat.
Am Ende wurden die Tarife getrennt abgestimmt: Tarif B wurde einstimmig beschlossen, Tarif A mit 8:5 Stimmen angenommen. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat.
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