Sitzung des Ausschusses für Integration, Soziales, Jugend und Sport vom März 2026
Wie geht es mit der Unterbringung von Geflüchteten nach 2030 weiter?
Das im Fliegerhorst befindliche Ankerzentrum für die Unterbringung von Asylsuchenden wird nach derzeitiger Planung im Jahr 2030 aufgegeben. Mit der Schließung entfallen rund 1.500 Unterbringungsplätze für den Landkreis (1.000 Plätze Dependance, 500 Plätze Landkreiseinrichtung). In der Folge ist nach landkreisinterner Vereinbarung künftig ein deutlich höherer Anteil an Unterbringungsplätzen im Stadtgebiet bereitzustellen. Nach aktuellem Stand und einer Anrechnungsquote von 5.000 Betten für den Landkreis ergibt sich hieraus ein zusätzlicher Bedarf von etwa 681 Betten zu den 101 Plätzen, die am Hardtanger bereits vorhanden sind.
Vor dem Hintergrund des erforderlichen zeitlichen Vorlaufs für Standortsuche, Planung, baurechtliche Verfahren, Finanzierung und Umsetzung hat Doreen Höltl, Stabsstelle Soziales, eine frühzeitige politische Grundsatzdiskussion angestoßen. Ziel der Beratung im Ausschuss für Integration, Soziales, Jugend und Sport sollte zunächst sein, Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen für die Schaffung der erforderlichen Kapazitäten auszuloten und das weitere Vorgehen zu diskutieren sowie strategische Weichenstellungen vorzunehmen. Die Entscheidung habe sowohl infrastrukturelle und finanzielle als auch sozial- und integrationspolitische Auswirkungen und erfordere daher eine abgestimmte, langfristig tragfähige Planung. Die Diskussion im Sozialausschuss sei jedoch nur der Beginn der Erarbeitung einer Lösung.
Zu klärende Themen sind laut Höltl: Welche grundsätzliche Unterbringungsstrategie soll die Stadt verfolgen: Vorrang für dezentrale Wohnungsunterbringung oder Schwerpunkt auf Gemeinschaftsunterkünften? Dauerhafte bauliche Lösungen oder teilweise flexible/modulare Konzepte? Welche qualitativen Standards sollen verbindlich zugrunde gelegt werden?
Des Weiteren stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien Standorte ausgewählt und im Stadtgebiet verteilt werden sollen. Es brauche auch einen zeitlichen und organisatorischen Rahmen für das weitere Vorgehen, wie die Festlegung bis wann erste konkrete Standort- oder Konzeptvorschläge vorgelegt werden sollen.
Integrationsreferent Willi Dräxler (BBV) bezeichnete das Thema als sehr sensible Angelegenheit, bei der man der Bevölkerung vermitteln müsse, was ab 2030 entstehen wird. Bei der Festlegung der künftigen Standorte für die Unterbringung erwarte er heiße Diskussionen und Widerstände. Theresa Hannig (Grüne) mahnte an, ganzheitlich die gesamte Wohnsituation für alle in Bruck zu bedenken und Ideen zu entwickeln, die „out of the box“ seien. Sie dachte dabei unter anderem an Förderprogramme, um zum Beispiel mehr Wohneinheiten in einem Haus zu schaffen. Wir haben viel Bedarf an neuen Menschen, sie werden eine Bereicherung für die Stadt sein, konstatierte sie. Man müsse aufpassen, dass das friedliche Miteinander nicht in Gefahr gerät, mahnte Jeanne- Marie Sindani (CSU) an. Bezahlbare Wohnungen seien für alle in der Bevölkerung wichtig, daher dürfe man nicht nur für Flüchtlinge Wohnraum schaffen. Elisabeth lang (BBV) plädierte dafür, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Not der Geflüchteten zu schaffen und eine Will- kommenskultur zu entwickeln.
Höltl zeigte sich mit dem ersten Stimmungsbild und Anregungen zufrieden, es würden jedoch noch viele weitere Diskussionen und Gedanken erforderlich werden.
Mehr Zuschuss für den Jugendsport
Der Ausschuss für Integration, Soziales, Jugend und Sport hat beschlossen, den Zuschuss für den Jugendsport und Einzelmaßnahmen rückwirkend ab 2026 von 90.000 auf 121.000 Euro jährlich zu erhöhen. Gleichzeitig soll eine neue, differenziertere Sportförderrichtlinie erarbeitet und dem Ausschuss vorgelegt werden.
Walter Schwarz (SPD) hatte 153.000 Euro gefordert und dies mit gestiegenen Kosten, Inflation sowie einer wachsenden Zahl jugendlicher Vereinsmitglieder begründet. Zudem schlug er vor, die Förderung regelmäßig an die Preisentwicklung anzupassen. Die Verwaltung verwies darauf, dass die kostenlose Überlassung von Sportstätten den größten Teil der Förderung ausmache. Die dabei gestiegenen Kosten trage vollständig die Stadt. Daher wurde vorgeschlagen, die Zuschüsse entsprechend der Inflationsrate seit 2020 moderat auf 121.000 Euro anzuheben.
Kurz gemeldet
Neuer Sportbeirat
Die Amtszeit des aktuellen Sportbeirats endet am 30. April. Auf den Aufruf, sich zu bewerben, meldeten sich für die sieben zu vergebenden Plätze 13 Interessierte. Zwei davon nach der Frist, sie wurden dennoch zur Wahl durch den ISJS zugelassen.
Im neuen Beirat werden vertreten sein: Nicola Bilsing (Kraftsportclub Puch), Joachim Mack (Tennisgemeinschaft Fliegerhorst Fürstenfeldbruck), Lukas Schmid (TuS Fürstenfeldbruck, Abteilung American Football), Markus Pasterny (Eislaufverein Fürstenfeldbruck), Joachim Huber (FC Aich) und Heike Schmidtke (Eis- und Rollsportclub sowie TuS, Abteilung American Football).
Nachrücker sind Christoph Hecht vom Judoclub Fürstenfeldbruck (unterlag in der Stichwahl) sowie Franz Hochstatter (TuS, Abteilung Radsport). OB Christian Götz (BBV) bedankte sich bei den Bewerbern für ihr Engagement und betonte, dass er sicher sei, dass auch künftig die Zusammenarbeit gedeihlich werde. Die offizielle Berufung ins Amt erfolgt durch den Stadtrat im April.
Barrierefreier Umbau der Bushalte geht weiter
Seit 2015 verfolgt die Stadt das Ziel, die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum kontinuierlich auszubauen. Hierzu werden jährlich durch ein fachübergreifendes Gremium, bestehend aus Verkehrsreferent, Sozialreferenten, Seniorenbeirat, Beirat für Menschen mit Behinderung und den eingebundenen Fachbereichen der Verwaltung, Prioritäten für die barrierefreie Anpassung von Bushaltestellen und Querungshilfen festgelegt. Heuer und im kommenden Jahr stehen folgende Bushalte auf dem Plan: Ganghoferstraße Richtung Augsburger Straße, Theodor-Heuss-Straße stadtauswärts und -einwärts, Pestalozzischule, Industriestraße (vor Discounter), Abt-Anselm- Straße (Süd- und Nordseite) sowie Zenettistraße.
Bruck soll Kletterwand bekommen
Bereits im November vergangenen Jahres hatte die SPD-Fraktion beantragt, in der Stadt Möglichkeiten zum Klettern zu schaffen. Vorgeschlagen wurde, entsprechende Kletterflächen in eine bestehende Turnhalle oder Sportanlage zu integrieren. Diese sollten idealerweise eine Höhe und Breite von jeweils zehn bis 15 Metern aufweisen sowie aus Sicherheits- und Haftungsgründen von einem Sportverein oder einer Klettergruppe betreut werden. Nun stand das Thema auf der Tagesordnung des Sportausschusses.
Oberbürgermeister Christian Götz (BBV) berichtete, dass es unabhängig von diesem Antrag bereits Überlegungen gebe, auf dem Gelände des künftigen Kreativquartiers Aumühle/Lände eine kleinere Boulderanlage zu errichten. Als Standort sei der ehemalige Unterstand für Fahrzeuge der Stadtwerke nördlich der Stadtbibliothek vorgesehen.
Michael Maurer, Leiter des Sportamts, präzisierte die Planungen: An der dortigen Außenwand könne eine Fläche von rund sieben Metern Höhe und neun Metern Breite genutzt werden. Aufgrund der Höhe sei jedoch eine Aufsicht erforderlich. Sollte diese nicht gewährleistet sein, müsste der Bereich über drei Metern entsprechend gesichert oder unzugänglich gemacht werden. Gespräche über die Betreuung der Anlage habe man bereits mit dem Turn- und Sportverein Fürstenfeldbruck (TuS) geführt. Diese sollen fortgesetzt werden, sobald ein Nutzungskonzept sowie eine konkrete Planung vorliegen und das Projekt vom Ausschuss endgültig beschlossen ist. Quirin Droth (FW) erkundigte sich, weshalb die Anlage nicht im Innenbereich vorgesehen sei, wo sie auch bei schlechtem Wetter genutzt werden könnte. Götz entgegnete, dass dies aufgrund einer Tragkonstruktion nicht möglich sei. Zudem sei eine gut sichtbare, öffentlich zugängliche Lösung gewünscht. Droth regte angesichts des nicht unerheblichen Aufwands für Betrieb und Unterhalt an, auch andere Projekte, die zuletzt aus Kostengründen zurückgestellt worden waren, erneut zu prüfen und entsprechend zu priorisieren. Götz wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Falle der Kletterwand ein Teil der Kosten durch Städtebaufördermittel für die Zwischennutzung des Geländes gedeckt werden könne.
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