Knapp 100 Millionen Euro für die Hasenheide
Mit dem Spatenstich ist jetzt der Neubau des Eich- und Beschussamts in die Realisierungsphase gegangen. Für Fürstenfeldbruck bedeutet das nicht nur einen neuen staatlichen Standort: Die Erschließung schafft zugleich Voraussetzungen für weitere mittelständische Handwerks- und Gewerbebetriebe.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Oberbürgermeister Christian Götz gehörten zu den Beteiligten des symbolischen Baustarts. Der Freistaat investiert nach Angaben des Bayerischen Wirtschaftsministeriums knapp 100 Millionen Euro in den Neubau. Am künftigen Standort sollen 43 Beschäftigte tätig sein.
Auf einem rund 16.400 Quadratmeter großen Areal an der Fraunhoferstraße entsteht ein hoch spezialisiertes Prüf- und Werkstattzentrum des Bayerischen Landesamts für Maß und Gewicht.

Beim Spatenstich für den Neubau in der Hasenheide (v. l.): Bauunternehmer Christian Klarwein, Oberbürgermeister Christian Götz, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der stellvertretende Landrat Dr. Michael Schanderl und Stefan Thums, Leiter des Bayerischen Landesamts für Maß und Gewicht.
Foto: Stadt Fürstenfeldbruck
Mehr als ein Behördenneubau
Der zusätzliche Entwicklungsspielraum ist Teil der städtischen Bauleitplanung. Sie bezieht auch einen angrenzenden Bereich ein und schafft damit die Grundlage, eine bislang unbebaute Fläche innerhalb des bestehenden Industrie- und Gewerbegebiets sinnvoll weiterzuentwickeln. So gewinnt die Hasenheide über den Behördenneubau hinaus zusätzliches wirtschaftliches Potenzial.
Götz verwies zugleich darauf, dass bei der Entwicklung auch die Belange von Natur und Landschaft sowie der Artenschutz berücksichtigt wurden. Vorgesehen sind unter anderem Baumreihen und Grünzüge; für die auf dem Gelände nachgewiesenen Zauneidechsen wurden Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen in die Planung aufgenommen und teilweise bereits umgesetzt.
Der Oberbürgermeister betonte: „Dass wir diesen Spatenstich feiern können, ist auch ein wichtiges Signal für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt.“ Mit dem Eich- und Beschussamt ergänze eine Einrichtung mit hoch spezialisierten Aufgaben die vorhandene Unternehmenslandschaft.
Im Zuge der bayerischen Heimatstrategie werden das Eichamt München und das Beschussamt Südbayern nach Fürstenfeldbruck verlagert und künftig unter einem Dach arbeiten.
Hoch spezialisierte Technik
Das Eichamt kontrolliert unter anderem Messgeräte wie Waagen, Taxameter und Zapfsäulen. Das Beschussamt prüft Waffen, Munition und Böller sowie Schutzmaterialien. Für die besonderen technischen Anforderungen entstehen fünf akustisch entkoppelte Raum-in-Raum-Konstruktionen. Vorgesehen sind außerdem ein speziell konzipierter Böllerbunker, Bayerns einzige eichamtliche Längenmessbank mit 50 Metern Messstrecke sowie ein ebenso langer Schießkanal.
Dem Baustart war ein mehrjähriger Planungsprozess vorausgegangen. Bereits 2018 wurde die Ansiedlung der beiden Ämter an die Stadt herangetragen. 2023 begann das Bebauungsplanverfahren, zwei Jahre später folgte der Satzungsbeschluss. Im erforderlichen Zustimmungsverfahren hatte der Planungs- und Bauausschuss dem Projekt ebenfalls einstimmig zugestimmt.
Nach den bereits erfolgten vorbereitenden Erdarbeiten sollen die Baumeisterarbeiten im Frühjahr 2027 beginnen. Die Fertigstellung ist für Dezember 2029 vorgesehen, die Betriebsaufnahme für das erste Halbjahr 2030.
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