Bruck bremst für sichere Schulwege
Diesmal ging es in der Turnhalle der Grundschule an der Philipp-Weiß-Straße nicht um Tempo, sondern ums rechtzeitige Bremsen: Mit Rollbrettern, Medizinbällen und Hütchen haben Drittklässler nun beim Projekt „Auf die Bremse, fertig, los!“ gelernt, warum Geschwindigkeit im Straßenverkehr oft unterschätzt wird.
Ziel des Projekts ist es, Kinder für Geschwindigkeit, Bremswege und Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu sensibilisieren und zugleich Erwachsene daran zu erinnern, wie wichtig Rücksicht und angepasstes Tempo vor Schulen sind.
Hintergrund: Das Projekt der gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit (gGKVS) wird in diesem Jahr erstmals an Brucker Grundschulen durchgeführt.
Oberbürgermeister Christian Götz machte sich vor Ort ein Bild von dem Angebot. „Es gibt kaum etwas Wichtigeres als Verkehrssicherheit am Schulweg“, sagte der Rathaus-Chef. Die Stadt tue selbst viel für sichere Schulwege, etwa mit Schulweghelferinnen und Schulweghelfern. Umso wichtiger ist es laut Götz, auch Kinder zu sensibilisieren, verbunden mit einer Hoffnung: "Ich hoffe, dass sie das Gelernte dann ebenso an ihre Eltern weitergeben.“
Prävention bewusst in der dritten Klasse
Das Präventionsprojekt setzt dabei bewusst in der dritten Klasse an. Denn: Kinder unter zehn Jahren können Geschwindigkeiten und Bremswege noch nicht sicher einschätzen. Genau hier knüpft „Auf die Bremse, fertig, los!“ an: Jungen und Mädchen erfahren spielerisch, was Geschwindigkeit bedeutet, wie sich Bewegung anfühlt und warum man bei höherem Tempo länger braucht, um anzuhalten.

Mit Rollbrettern, Hütchen und viel Einsatz: Drittklässler der Grundschule an der Philipp-Weiß-Straße erlebten beim Projekt „Auf die Bremse, fertig, los!“, warum Geschwindigkeit und rechtzeitiges Bremsen im Straßenverkehr so wichtig sind.
In der Turnhalle standen zunächst Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen auf dem Programm. Besonders anschaulich wurde es auf den Rollbrettern: Wer zu schnell unterwegs war, merkte rasch, dass Bremsen schwieriger wird. Klassenlehrerin Bärbel Brocks sprach von einer spielerischen Einführung, bei der vor allem das Ausprobieren im Mittelpunkt stehe.
Rektorin Isabel Martins wiederum betonte, Verkehrserziehung sei an der Schule ohnehin fest verankert, unter anderem mit der Radfahrausbildung in der vierten Klasse. Das zusätzliche Projekt sei eine wertvolle Ergänzung. „Alles, was in Richtung Verkehrserziehung geht, ist uns natürlich besonders wichtig“, meinte Martins. Zumal gerade im Straßenverkehr gelte: „Ich bin nicht alleine auf der Welt.“
Geschwindigkeiten gemessen
Nach dem praktischen Teil in der Halle ging es hinaus an die Straße. Dort wurden mit einem Messgerät die Geschwindigkeiten vorbeifahrender Fahrzeuge erfasst. Die Kinder schätzten das Tempo ein und gaben den Autofahrerinnen und Autofahrern anschließend Rückmeldung: grüner Daumen bei angepasster Geschwindigkeit, rotes Signal bei zu schnellem Fahren.
Begleitet wurde das Projekt von Jörg Dillmann, der die Übungen für die gGKVS durchführte. Reinhard Spatz als Berater der Gesellschaft erklärte, dass es allem voran um Prävention gehe: "Wenn am Ende auch nur ein Kind vor einem Unfall bewahrt wird, hat sich der Einsatz gelohnt."
Für die Kinder blieb am Ende nicht nur die Theorie hängen, sondern vor allem die eigene Erfahrung: Wer schneller unterwegs ist, braucht länger, um sicher zum Stehen zu kommen.
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