Hier schreibt der Oberbürgermeister

 Liebe Bruckerinnen, liebe Brucker,

die vergangenen Wochen waren prall gefüllt mit Veranstaltungen und Ereignissen. Kaum ein Abend ohne Sitzung, Besprechung oder Versammlung. Gut so, es tut sich etwas in unserer Stadt! Die Themen sind oft komplex und zukunftsrelevant wie zum Beispiel beim Fachtag Asyl, an dem fast alle Rathausspitzen des Landkreises teilgenommen haben und der einmal mehr gezeigt hat, dass sämtliche Kommunen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben und eine Lösung nur gemeinsam gefunden werden kann. Oder eine Gesprächsrunde mit den Leitungen aller Fürstenfeldbrucker Senioreneinrichtungen. Hier wurde deutlich, dass der enorme Mangel an Fachkräften dazu führt, dass etliche Zimmer in Seniorenheimen nicht mehr belegt werden können. Das wiederum heißt, dass die dringend benötigte stationäre Unterbringung betagter Mitbürgerinnen und Mit- bürger vor Ort nicht mehr gewährleistet ist, was bei unserer demographischen Entwicklung zukünftig ein riesiges Problem darstellen könnte. Aber woher kommt dieser Mangel und wie kann man hier gegensteuern und mehr Fachkräfte in unsere Stadt bringen? Ein wesentlicher Grund für das Fehlen an Personal ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Eine Möglichkeit wäre, dass sich die Träger der Seniorenheime zusammenschließen und eine Art Wohnheim für Pflegekräfte errichten und die Wohnungen zu günstigen Preisen vermieten. Vonseiten der Stadt prüfen wir aktuell, ob bei einem unserer zukünftigen Neubau- projekte eine solche Sonderwohnform Platz finden könnte. Hiervon würde die gesamte Stadtgesellschaft profitieren.

Apropos Neubauprojekte: In jüngster Vergangenheit gab es mehrere Planungsrunden, die sich mit dem Gelände hinter der alten Grundschule am Niederbronnerweg befassten. Dieses große, zentrale Areal liegt seit Ewigkeiten brach und trotz eines Antrags im Januar 2020 wurden jahrelang keine Anstalten gemacht, diese Premiumgrundstücke zu entwickeln. Das soll sich nun also ändern. In zwei intensiven Sitzungen eines Fachbeirats konnte mit Unterstützung eines externen Architekturbüros eine städtebauliche Machbarkeitsstudie entwickelt werden, die unterschiedliche Formen von Wohngebäuden ebenso wie öffentliche Flächen vorsieht. Insgesamt sicher eine Bereicherung der Innenstadt und wer weiß, vielleicht findet hier die Idee eines Wohnheims für Pflegerinnen und Pfleger einen Platz….

Viele große und kleinere Projekte werden also aktuell verwaltungsintern oder in unterschiedlichen Gremien bearbeitet. Egal, ob die Konversion des Fliegerhorstes, die Zwischennutzung des Areals um Aumühle und Schlachthof oder die Verlagerung des Bauhofs: Diese Themen werden uns die kommenden Jahre intensiv beschäftigen und die zukünftige Entwicklung unserer schönen Stadt nachhaltig beeinflussen. Das größte Problem hierbei ist unsere finanzielle Situation.

Leider lässt die angespannte Haushaltslage kaum Spielraum für Investitionen, die sich nicht in irgendeiner Weise refinanzieren. Wir müssen also findig sein und uns gut überlegen, welche Projekte wir angehen und welche wir leider in die Zukunft verschieben oder streichen müssen. Wo möglich, müssen wir uns finanzstarke Partner suchen.

Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist: Praktisch alle Kommunen im Land kreis stehen vor den gleichen Herausforderungen. Enorm gestiegene Energiekosten, Inflation und in der Folge angepasste Personalkosten reißen allerorten große Löcher in die Kassen von Städten und Gemeinden. Hinzu kommt, dass von Bund und Land immer mehr Aufgaben auf die Kommunen übertragen wer den.

Wir müssen uns also nach der Decke strecken und beim Doppelhaushalt 2024/25, den wir Ende Juni verabschieden, mit einem vorsichtigen und realistischen Investitionsprogramm ins Rennen gehen. Aber keine Sorge: Ein bisserl was geht immer!

Genießen Sie die Pfingstfeiertage, nutzen Sie unser Veranstaltungs- und Kulturprogramm, bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

 Mit den besten Grüßen,

 Ihr Christian Götz
 Oberbürgermeister

Foto Bannerbild: Anne Kaiser




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Stadt Fürstenfeldbruck
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82256 Fürstenfeldbruck

Stand: 05/23/2024
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