Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Tiefbau vom Juli 2026

XXL-Züge: Umbau am Bahnhof Buchenau erforderlich

Der Bahnhof Buchenau soll bis 2030 für die neue Generation der S-Bahn-Züge ausgebaut werden. Das berichtete DB-Projektleiter Florian Frizberg in der Sitzung. Im Mittelpunkt steht die Verlängerung des bestehenden Wendegleises. Derzeit ist das Gleis 140 Meter lang. „Wir verlängern das bestehende Wendegleis zu einem 210 Meter langen Abstell- und Wendegleis, also um rund 70 Meter“, erläuterte er. Damit sollen künftig sowohl die heutigen Langzüge als auch die neuen XXL-S-Bahnen am Bahnhof Buchenau abgestellt werden und wenden können. Die zusätzliche Anlage soll die betrieblichen Abläufe verbessern, die Flexibilität bei Störungen erhöhen und zu einem stabileren Fahrplan beitragen.

Bemerkenswert: Die 90 bestellten S-Bahnen sind jeweils gut 202 Meter lang und durchgehend begehbar. Sie bieten Platz für bis zu 1.820 Fahrgäste und sollen ab Ende 2028 schrittweise in den Fahrgastbetrieb aufgenommen werden. Für die Verlängerung muss das nördliche Streckengleis auf einer Länge von rund 450 Metern verschoben werden. Vorgesehen sind außerdem Anpassungen an Oberleitung, Beleuchtung und weiterer Bahntechnik. Südlich der Gleise soll eine sechs Meter hohe und etwa 380 Meter lange Schallschutzwand entstehen. Diese soll nicht nur die Geräusche abgestellter Züge, sondern den Bahnlärm insgesamt reduzieren.

Dem Gutachten liegt eine besonders ungünstige Belastungssituation zugrunde. „Der Lärmschutzgutachter geht von einem Worst-Case-Szenario aus, in dem die Züge auch nachts abgestellt sind und die Aggregate durchgehend laufen“, sagte Frizberg. Zum Schutz der Umwelt sind unter anderem Kleintierdurchlässe in der Schallschutzwand, die Vergrämung von Reptilien vor Baubeginn und ökologische Ausgleichsflächen vorgesehen.

Derzeit befindet sich das Projekt im Genehmigungsverfahren, die Planfeststellungsunterlagen sollen noch 2026 öffentlich ausgelegt werden. Für die Bauarbeiten ist nach derzeitigem Stand im Jahr 2030 ein Zeitraum von 16 Wochen vorgesehen. Überwiegend soll der Verkehr eingleisig weiterlaufen, für rund sechs Wochen könnte jedoch eine Vollsperrung mit Schienenersatzverkehr notwendig werden. Die Bahn will die Arbeiten mit weiteren Baumaßnahmen entlang der S4 bündeln, noch nicht abschließend geklärt ist derweil allerdings die Finanzierung der weiteren Projektphasen.

Fahrradförderung wird unbefristet fortgeführt

Das städtische Förderprogramm für Fahrrad- und Elektromobilität wird unbefristet fortgeführt. Förderfähig bleiben Lastenpedelecs, Lastenfahrräder, Fahrradanhänger sowie Drei- und E-Dreiräder für Erwachsene.

Das Angebot war 2024 im Zuge der Haushaltskonsolidierung von acht auf vier Fahrzeugtypen reduziert worden. Auch das damalige Budget von 30.000 Euro wurde nicht ausgeschöpft: 2024 wurden rund 12.100 Euro und 2025 rund 13.500 Euro bewilligt. Für 2026 und 2027 stehen jeweils 20.000 Euro zur Verfügung. Bis zur Sitzung waren für das laufende Jahr bereits 15 Anträge eingegangen. „Ich glaube auch, dass das reduzierte Angebot auf alle Fälle ausreichend ist“, sagte Elisa Straubinger, Radverkehrsbeauftragte der Stadt. Der Ausschuss folgte dieser Einschätzung einstimmig.

Änderungen für den Radverkehr – vorerst kein Tempo 30

Am Straßenzug Oskar-von-Miller-Straße und Fürstenfelder Straße gibt es Veränderungen. Auf Grundlage einer gemeinsamen Ortsbegehung von Stadtverwaltung, Polizei und Staatlichem Bauamt Freising beschloss der Ausschuss einstimmig, die Benutzungspflicht für vorhandene Radwege in mehreren Teilab- schnitten aufzuheben. Wo Gehwege für den Radverkehr freigegeben werden, können Radfahrer zwischen Fahrbahn und Gehweg wählen. Auf dem Gehweg gilt Schrittgeschwindigkeit.

Nicht umgesetzt wird dagegen die beantragte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde zwischen Stadtpark und Klosterstraße. Nach gemeinsamer Einschätzung der beteiligten Behörden lässt sich die dafür erforderliche besondere Gefahrenlage derzeit nicht rechtssicher nachweisen. „Wir haben keine Rechtsgrundlage, die es wirklich zwingend erforderlich macht, dort Tempo 30 anzuordnen“, erläuterte Birgit Thron, Leiterin der städtischen Straßenverkehrsbehörde. Mögliche Geschwindigkeitsreduzierungen an stark frequentierten Schulwegen sollen erneut geprüft werden, sobald die noch ausstehenden Anwendungshinweise zur Straßenverkehrs- ordnung vorliegen. Eine weitergehende bauliche Verbesserung des Straßenzugs bleibt davon unberührt.

Planung für Straße Am Sulzbogen vergeben

Langfristiger angelegt ist die Sanierung und Umgestaltung des Straßenzugs Am Sulzbogen, Richard-Higgins-Straße und Heimstättenstraße. Der Ausschuss beschloss einstimmig, den Planungsauftrag an das bestbewertete Ingenieurbüro zu vergeben. Das vorläufige Honorar beträgt rund 599.000 Euro. Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit grob auf 7,2 Millionen Euro geschätzt.
Die Planung soll im August beginnen und mindestens bis Ende 2029 laufen. Ein Baubeginn im Jahr 2027 wird angestrebt, kann derzeit aber noch nicht zugesichert werden. Wie der begrenzte Straßenraum künftig zwischen Fahrbahn, Gehwegen und Radverkehr aufgeteilt wird, ist Gegenstand der weiteren Planung. Diese baut auf dem bereits Ende 2024 beschlossenen Konzept auf. Hinweise und Anregungen aus der dazu durchgeführten Bürgerbeteiligung fließen in die weitere Ausarbeitung ein.

Parkraumkonzept wird ausgewertet

Während dort die Planung beginnt, soll ein anderes Mobilitätsprojekt bereits überprüft werden: das seit November 2025 geltende Parkraumbewirtschaftungskonzept für die Innenstadt. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung einstimmig, eine Evaluation durchzuführen und dem Gremium vorzulegen. Dabei sollen insbesondere die Erfahrungen von Anwohnern, Gewerbe- treibenden und Geschäftsinhabern berücksichtigt werden.




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