Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Tiefbau vom April 2026

Stadt fördert Bäume und Sträucher auf Privatgrund

Die Stadt setzt unter dem Titel „Fürstenfeldbruck pflanzt Zukunft“ ein Förderprogramm zur Pflanzung von Bäumen und Sträuchern auf Privatgrund auf. Hintergrund sind zunehmende Belastungen durch den Klimawandel wie Hitzeperioden, Trockenheit und Flächenversiegelung. Stadtbäume spielen eine wichtige Rolle für das Mikroklima, die Luftqualität und die Lebensqualität.
Passende städtische Flächen stehen nur in begrenzter Zahl zur Verfügung. Deshalb sollen die Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden, da viele geeignete Flächen auf Privatgrundstücken liegen. Kern des Programms ist die kostenlose Bereitstellung klimaresilienter Bäume und Sträucher für Eigentümer, aber auch für Mieter mit Einverständnis des Vermieters. Die Bestellung erfolgt jährlich gesammelt im Herbst, die Ausgabe über den städtischen Bauhof. Pflanzung und Pflege übernehmen die Teilnehmenden selbst. Pro Wohneinheit stehen bis zu 500 Euro Fördermittel zur Verfügung. Für heuer und kommendes Jahr sind jeweils 25.000 Euro im Haushalt eingeplant. Das Programm soll 2026 starten und anschließend evaluiert werden. Ziel ist es, mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz langfristig das Stadtklima zu verbessern und die Biodiversität zu stärken.
Das Programm wurde einstimmig im Umweltausschuss beschlossen. Kritik kam an dem von den Interesssenten zu unterschreibenden Formular auf: Es sei zu lang, die Regelungen seien zu bürokratisch und wenig bürgerfreundlich formuliert. Christian Stangl (Grüne) bat eindringlich  darum, den Text so zu gestalten, dass man den Leuten nicht die Lust nimmt, Bäume zu pflanzen. Die Begründung der Verwaltung war, dass man nur diejenigen fördern möchte, die es  ernst meinen. Der Text wird nun noch einmal überprüft und nachgebessert.

Grün für die Pucher Straße

Die Stadt plant, den Parkplatzbereich an der Pucher Straße vor den Hausnummern 7 und 7 a deutlich aufzuwerten. Grundlage sind das beschlossene Parkraumbewirtschaftungskonzept sowie politische Vorgaben, den öffentlichen Raum attraktiver zu gestalten und mehr Grünflächen zu schaffen. Kern der Planung ist die Umgestaltung einer bislang vollständig versiegelten Parkbucht mit zehn Stellplätzen. Künftig soll die Zahl der Parkplätze reduziert werden: Geplant sind vier reguläre Stellplätze, zwei für Elektroautos mit Schnellladesäule und zwei barrierefreie Plätze. Diese rücken weiter an die Straße heran, sodass der Bürgersteig verbreitert werden kann. Die freiwerdenden Flächen werden entsiegelt und in insektenfreundliche Staudenbeete umgewandelt. Drei Großbäume werden zudem als Schattenspender gepflanzt. Ziel der Maßnahme ist es, das Stadtklima zu verbessern und auf zunehmende Hitzeperioden zu reagieren.
Franz Höfelsauer (CSU) und Ulrike Quinten (BBV) hatten im Verkehrsausschuss Bedenken wegen der wegfallenden Parkplätze. Zumindest sollten als Ersatz in unmittelbarer Nähe Parkmöglichkeiten für Senioren geschaffen werden. Diese Idee wird weiterverfolgt werden. Florian Weber (Die PARTEI) wies darauf hin, dass der Bereich auch künftig während des Altstadtfestes nutzbar sein und bei der Baumaßnahme hierfür an Strom und Abwasser gedacht werden sollte.
Die weiteren Schritte sind nun: Nach Abschluss der Ausführungsplanung wird die Umsetzung   nach der Sommerpause ausgeschrieben. Gleichzeitig wird geprüft, ob man für die Bäume und die Entsiegelungsmaßnahme Fördermittel bekommt. Anfang 2027 soll mit der Ausführung begonnen werden. Die Ladesäule wird schon früher kommen. Mit drei Gegenstimmen wurde die Umplanung vom Gremium beschlossen.
Der Bereich vor den Hausnummern 7 und 7 a soll aufgewertet werden.

Puch: Kreisverkehr oder Ampel?

Die Kreuzung Zur Kaisersäule in Puch ist ein Unfallschwerpunkt. Seit Jahren wird nach Lösungen gesucht. So wurde in der Vergangenheit ein Umbau zu einem Kreisverkehr durch das Staatliche Straßenbauamt geprüft, dieser scheiterte jedoch vor allem am Denkmalschutz rund um die historische Kaisersäule sowie an nötigen Eingriffen in private Grundstücke. Nun fordert die CSU- Fraktion, die Planungen für einen Kreisverkehr wieder aufzunehmen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Rückstaus sowie Ausweichverkehr durch den Ort zu vermeiden.
Aktuell wurden die Planungen wieder aufgenommen, doch statt eines Kreisverkehrs wird bei der zuständigen Behörde nun eine Ampellösung favorisiert. Die Planung wurde in der April-Sitzung  den Mitgliedern des Verkehrsausschusses vorgestellt. Grundlage ist ein Verkehrsgutachten. Dies kommt zu dem Schluss, dass in den Stoßzeiten ein Kreisel mit einer Fahrspur nicht leistungsfähig genug ist, bei den Nebenästen Richtung Puch und Lindach würde es zu einem  Rückstau kommen. Ein sogenannter zweistreifiger Kreisverkehr würde das Problem lösen, wird jedoch von dem Amt nicht empfohlen, da „eine geübte Fahrweise“ erforderlich  sei.
Eine Ampelanlage mit Erweiterung der Fahrspuren würde für alle Verkehrsteilnehmer gut funktionieren, so der Verkehrsplaner. Die grobe Kostenschätzung liegt bei 3,9 Millionen Euro. Die Stadt müsste sich mit gut 37 Prozent beteiligen, das heißt etwa 1,44 Millionen Euro beisteuern. Darin noch nicht enthalten sind erforderliche Grundstücksankäufe.
Die Planung stieß bei Teilen des Ausschusses auf Kritik. Es wurde bemängelt, dass eine Gegenüberstellung Kreisverkehr/Ampelanlage, inklusive Kosten, fehle. Der Flächenverbrauch sei sehr hoch. Und die weiter östlich gelegenen Kreisel würden trotz Anbindung an die B471 oder Richtung Gewerbegebiet Hasenheide problemlos funktionieren. Ein weiteres Thema war, dass sich die Datengrundlage zur Prognose des Verkehrsaufkommens für das Jahr 2035 durch die abgesagte Konversion geändert hat: Es kommen keine zusätzlichen 4.500 Einwohner plus 2.500
Arbeitsplätze. Selbst wenn der Fliegerhorst auf 2.000 Soldaten wieder aufgestockt würde, könne  es sein, dass man mit einem Kreisel gut zurechtkommen würde. Es gab aber auch Befürworter   der Ampellösung. Insbesondere für Radfahrer und Fußgänger würde diese Lösung die Sicherheit erhöhen, hieß es. Wegen des Denkmals müsste der Kreisel allerdings nach Norden verschoben werden, was größere Eingriffe in den vorhandenen Bestand nach sich ziehen würde.
Letztlich konnte man sich in dieser Sitzung zu keiner Entscheidung durchringen. Bis Juni werden die Planer nun eine alternative Planung auf Grundlage eines reduzierten Verkehrsaufkommens für einen zweistreifigen Kreisverkehr samt Flächenverbrauch und Kostenschätzung erarbeiten.




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