Hier schreibt der Oberbürgermeister
Christian Götz im Gespräch: „Es muss immer auf Augenhöhe geschehen“
Im Mai 2026 begann Christian Götz’ erste vollständige Amtszeit als Oberbürgermeister. Im ausführlichen Interview spricht der 56-Jährige über den neuen Stadtrat, kommunale Finanzen, Zukunftsprojekte und sein Leben außerhalb des Rathauses. Für den RathausReport haben wir drei Fragen ausgewählt.
Frage: Welche Rolle möchten Sie im neuen Stadtrat vor allem einnehmen: Antreiber, Moderator, Vermittler oder Verwaltungschef?
Götz: Ich versuche, ein bisschen der „Erklärbär“ zu sein: Zusammenhänge zu erklären, warum etwas so ist, wie es ist, und warum die Verwaltung so arbeitet, wie sie arbeitet. In diesem Zusammenhang möchte ich möglichst moderieren und ausgleichend wirken. Antreiber bin ich lieber innerhalb der Verwaltung, aber nicht im Gremium.
Frage: Was macht gute Führung in einer Stadtverwaltung aus?
Götz: Ganz wichtig ist, sich die Argumente der anderen Seite wirklich anzuhören und nachzuvollziehen, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist. Die Leute haben sich ja etwas dabei gedacht. Es wäre der vollkommen falsche Weg, als Oberbürgermeister zu sagen: Ich bin hier der Chef und ordne jetzt etwas an. Es muss immer auf Augenhöhe geschehen, im sinnvollen fachlichen Diskurs und Austausch. Auf beiden Seiten muss Verständnis vorhanden sein.
Wenn mir der Bauexperte erklärt, warum eine Maßnahme so und so aussieht, und der Finanzexperte das Gleiche auf seinem Gebiet macht, höre ich mir das an. Dann frage ich: Gibt es eine Alternative, gibt es verschiedene Vorschläge? Meistens gibt es zwei, drei oder vier Wege. Irgendwann heißt es: Jetzt müssen Sie entscheiden. Dann entscheide ich. Aber natürlich immer in Abstimmung mit den Leuten.
Frage: Welche Entwicklung wünschen Sie sich für Fürstenfeldbruck bis 2030?
Götz: Ich wünsche mir, dass wir diese gute Stimmung aufrechterhalten und das Tolerante, Aufgeschlossene und Freundliche vielleicht noch ausbauen. Außerdem würde ich gerne den Prozess der Identitätsfindung weiter vorantreiben: dass man sagt, ich bin Bruckerin oder Brucker. Andere Menschen werben damit, dass sie aus München kommen, verwenden den Slogan „Weltstadt mit Herz“ oder Ähnliches. Im Kleinen könnte man doch auch bei uns sagen: Ich komme aus Bruck, und das ist eine coole Stadt. Das wäre schön, das möchte ich anstoßen. Im ISEK ist dazu der Leitbildprozess als Maßnahme verankert. Diesen Prozess sollten wir angehen, um die Identifikation mit der eigenen Stadt und dem eigenen Umfeld stärker in den Vordergrund zu stellen. Das wäre sehr gut für die Stadtgemeinschaft.
Das vollständige Interview
Foto Bannerbild: Anne Kaiser
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