Hier schreibt der Oberbürgermeister
Liebe Bruckerinnen, liebe Brucker,
die aktuellen geopolitischen Entwicklungen, die sich auch bis auf kommunale Ebene negativ auswirken, lassen einen bisweilen mit Sorge in die Zukunft schauen. Vor allem der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat uns einmal mehr gezeigt, dass die Vertidigungsfähigkeit unseres Landes leider immer noch überlebenswichtig sein kann. Diplomatie, multilaterale Gespräche und der unbedingte Wunsch nach einem friedlichen Miteinander müssen immer im Vordergrund stehen.
Eine ausreichend starke Verteidigungsfähigkeit kann den Verhandlungsweg aber durchaus positiv flankieren. In diesem Zusammenhang steht der deutlich gestiegen Bedarf an Personal der Bundeswehr. Und auch, wenn es aktuell noch keine Wehrpflicht gibt, so sollen bis 2035 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten zur Verfügung stehen.
Unser Fliegerhorst, der ja eigentlich einer zivilen Nutzung zugeführt werden sollte, steht nun wieder im Fokus des Bundesverteidigungsministeriums. Die seit über 15 Jahren geplante Konversion mit dem Ziel, Wohnraum und Gewerbeflächen im großen Stil zu schaffen, liegt daher bis auf Weiteres bei den Akten. Die Bundeswehr hat uns vor etwa einem halben Jahr einen sogenannten Standortdialog angeboten und tatsächlich fanden in den vergangenen Wochen mehrere Gespräche mit ranghohen Vertretern des Bundesverteidigungsministeriums statt.
Ziel hierbei war und ist es, die Bedarfe der Kommunen zu ermitteln und Wege zu finden, zumindest Teile der geplanten Umwidmung trotz militärischer Nutzung weiter zu verfolgen. Für Fürstenfeldbruck konnten wir klar artikulieren, dass wir auf die Entwicklung von Gewerbeflächen angewiesen sind und uns gut vorstellen können, im Umfeld des Fliegerhorstes Firmen aus dem Bereich der Wehr- und Verteidigungstechnologie anzusiedeln. Zumal hiesige Unternehmen aus genau diesem Sektor gerne expandieren würden.
Auch die Erweiterung der bestehenden Wohnbebauung konnten wir ansprechen. Es gäbe durchaus Potenzial, das Wohngebiet außerhalb des Zaunes moderat nach zu verdichten und dadurch Wohnraum unter anderem für aufwachsendes Bundeswehrpersonal zu schaffen.
Dann noch das Thema Sportflächen: Hier konnten wir unseren Wunsch, die Sportanlagen innerhalb des militärischen Geländes unkompliziert zumindest abends und am Wochenende den hiesigen Vereinen zur Verfügung zu stellen, mit Nachdruck platzieren. Der verantwortliche Vertreter des Verteidigungsministeriums hat nun eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die bis Ende des Jahres die Klärung dieser Fragen zur Aufgabe hat. Ich bin zuversichtlich, dass zumindest Teile des Areals mittelfristig für zivile Nutzungen, sei es gewerblich oder sportlich, zur Verfügung gestellt werden können. Ein nächstes Treffen ist für Herbst geplant, dann wissen wir mehr.
Wie es innerhalb des Fliegerhorstes weitergeht, ist uns leider nach wie vor kaum bekannt. Lediglich, dass einige Ausbildungsbataillons hier stationiert werden sollen, konnte man auch der lokalen Presse entnehmen. Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass es zwar keinen Flugbetrieb mehr geben wird, die Kaserne aber ähnlich intensiv genutzt werden wird wie in der Vergangenheit. Ob die militärische Nutzung dann auch einen vergleichbaren Wirtschaftsfaktor wie vor 30 oder 40 Jahren darstellt, wird sich zeigen.
Genießen Sie die hoffentlich moderaten Sommertage, besuchen Sie die kommenden Kulturveranstaltungen, wie zum Beispiel das Altstadtfest, und bleiben Sie zuversichtlich.
Ihr
Christian Götz
Oberbürgermeister
Foto Bannerbild: Anne Kaiser
zurück zur Übersicht