Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Tiefbau vom Dezember 2025

Weniger Fischsterben im Nasenbach

Der Umweltausschuss hat dem Stadtrat empfohlen, OB Christian Götz zu ermächtigen, in der nächsten  Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Weisungsbeschlüsse an deren Geschäftsführung zu fassen. Demnach soll der Nasenbach, d.h. der Gewässerabschnitt der Amper zwischen Donaubauer­Wehr an der Amper Oase und der Einmündung in den Hauptarm, ökologisch aufgewertet werden. Er fällt in den Zuständigkeitsbereich der Stadtwerke. Hierfür werden die vorhandenen Sohlschwellen zurückgebaut und durch raue Rampen ersetzt, die für alle heimischen Fischarten in jedem Entwicklungsstadium passierbar sind. Zudem werden Strukturen geschaffen, die einem natürlichen Charakter nahekommen wie zum Beispiel unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten, Gewässertiefen und Substratzusammensetzungen. Außerdem soll eine permanente Mindestabflussmenge von etwa 200 Liter pro Sekunde durch entsprechende Einstellung am Wehr sichergestellt sein.
Einschlägigen Verbände und Vereine sollen in die Planung durch ein Fachbüro, die dieses Jahr beauftragt werden einbezogen werden, auch im Hinblick auf die Inanspruchnahme von Fördermöglichkeiten. Die Umsetzung soll frühestmöglich beginnen.

Hintergrund:
Der als Nasenbach bezeichnete Gewässerabschnitt der Amper entspricht dem ursprünglichen Hauptarm des Flusses. Seit Fertigstellung des Wasserkraftwerkes Obermühle auf der Lände zu Beginn des vorigen Jahrhunderts fließt der Großteil des Wassers durch das Kraftwerk (bis maximal 30 Kubikmeter pro Sekunde), der Nasenbach ist eine sogenannte  Restwasserstrecke mit sehr geringem Abfluss. In den vergangenen Jahren war im unteren Abschnitt regelmäßig keine Fließgeschwindigkeit mehr zu verzeichnen und einige Bereiche trockneten großflächig aus. Seit Sanierung des Wehrs am oberen Ende der beschriebenen Strecke und gleichzeitigem Ausbau des Flussbettes unter anderem mittels vier Sohlschwellen aus Beton ist dieses ehemals ökologisch wichtige Areal als Schlüsselhabitat für heimische Fischarten nicht mehr nutzbar. Im Gegenteil: Es können sogenannte Fischfallen entstehen, in denen Fische eingeschlossen werden und verenden. Durch die Sohlschwellen ist eine Passierbarkeit bei niedrigen Wasserständen nicht mehr gegeben. Durch das neue und sehr dichte Wehr, das über lange Zeiträume vollständig geschlossen ist, kann keine adäquate Wassermenge in den Nasenbach gelangen. Hierdurch kommt es immer wieder vor allem in den heißen Sommermonaten zu lebensbedrohlichen Situationen für die in den austrocknenden Bereich gefangenen Fischen. In Summe wirken sich diese Umstände nachhaltig negativ auf die gesamte Flussfischfauna im Stadtgebiet aus und wurden bereits mehrfach in unterschiedlichen Gremien des Stadtrats sowie im Aufsichtsrat der Stadtwerke diskutiert. Um hier nun einen entscheidenden Schritt vorwärts zu kommen, wurde von der Verwaltung der Beschlussvorschlag zur Abstimmung gestellt. Mit nur einer Gegenstimme hat der Ausschuss dem Vorhaben, das mit maximal 120.00 Euro Kosten veranschlagt wird, zugestimmt.

Der Nasenbach
Benannt ist er nach der Fischart „Nase“, die zur Familie der Karpfenfische gehört. Nasen sind typische Schwarmfische, werden zwischen 25 und 40 Zentimeter groß und bis zu einem Kilo schwer. Von März bis Mai ist Laichzeit. Dann schwimmen sie in großen Schwärmen flussaufwärts oder dringen in geeignete Nebenbäche ein.

Kurz gemeldet aus dem Ausschuss für Umwelt und Verkehr

Barrierefreier Ausbau geht weiter

Der Ausschuss hat beschlossen, die Straßenbauarbeiten für den barrierefreien Ausbau des Fußgängerüberwegs und der Bushaltestelle am Brucker Bahnhof sowie für die Fußgängerbedarfsampel an der Einmündung der Josef-Spital-Straße/Dachauer Straße mit einer Gesamtbruttosumme von knapp 200.000 Euro vergeben.

Ausbau Nordendstraße
Die Nordendstraße wird für rund 600.000 Euro ausgebaut. Im Zuge der Maßnahmen entstehen auch – wie zuvor beschlossen - drei Grünflächen für Pflanzungen. Wesentliche Änderungen betreffen die Einfahrtsbereiche und die Ausführung der zukünftigen Parkflächen. Zur optischen Kennzeichnung des höhengleichen Ausbaus werden die Einfahrtsbereiche, soweit möglich, verengt und durch Aufpflasterungen hervorgehoben. Die Parkflächen werden im Sinne des Prinzips der Schwammstadt als versickerungsfähige Rasenliner ausgeführt.




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