Sitzung des Stadtrats vom 15. Dezember 2025
Doppelhaushalt 2026/2027 mit breiter Mehrheit beschlossen
Die Beratungen für den Doppelhaushalt 2026/2027 waren diesmal bereits im Dezember abgeschlossen. Im Stadtrat wurde dann ein Zahlenwerk vorgelegt, das laut Kämmerer Marcus Eckert eine Zäsur markiert. „Nach einigen Jahren der defizitären Planung gelingt es erstmals wieder, im Ergebnishaushalt signifikante Überschüsse auszuweisen“, so der Finanzexperte. Für
2026 wurde ein Plus von rund 870.000 Euro und für 2027 von etwa 1,92 Millionen Euro genannt. Für die positive Entwicklung sorgen gute Gewerbesteuer-Einnahmen und die gesetzliche Verlängerung der Gültigkeit der Kreditermächtigungen. Das Ziel der Haushaltskonsolidierung, die dauernde Leistungsfähigkeit der Stadt zu sichern, werde damit greifbar. Und erstmals in der
jüngeren Haushaltsgeschichte müsse das Papier nicht von der Kommunalaufsicht genehmigt werden. Die schwarze Null im Ergebnisplan sei ein Etappensieg, aber kein Ruhekissen, so der Kämmerer. Er mahnte, den eingeschlagenen Kurs der Haushaltsdisziplin konsequent beizubehalten. Der Etat wurde mit einer breiten Mehrheit verabschiedet.
OB Christian Götz (BBV) wies auf den Rekordwert bei den Gewerbesteuer-Einnahmen hin. Fürstenfeldbruck sei ein attraktiverer Standort, als manch einer gedacht habe. Allein der Mangel an Wohnungen werde auch für das ansässige Gewerbe mehr und mehr zum Problem. Positiv vermerkte er, dass die Zeiten vorbei seien, als durch Mitglieder des Stadtrats öffentlichkeitswirksame Positionen eingestellt wurden, die den Haushalt künstlich aufgebläht haben. Nun sei ein realistisches Investitionsprogramm erarbeitet worden. „Wir investieren, weil es um die Zukunft unserer Stadt geht“, sagte Götz. Er nannte im Bereich Bildung als Beispiel die Erweiterung der Grundschule an der Philipp-Weiß-Straße, unter dem Aspekt Sicherheit die Anschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge, Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur wie etwa die Sanierung des Radwegs an der Schöngeisinger Straße sowie den Neubau der Brücke auf der Lände. Investiert werde zudem in Wohnungsbau, Kultur und Klimaschutz. „Priorität hat, was Pflicht ist“, betonte er. Insgesamt sei der Doppelhaushalt ein „Kursbuch für Stabilität und nachhaltige Entwicklung“.
Kämmerer Marcus Eckert nannte die Zahlen im Detail. Im Ergebnishaushalt plant die Stadt für das Jahr 2026 mit Erträgen von rund 121,4 Millionen Euro. „Das ist ein neuer Rekordwert in der Geschichte unserer Stadt“, sagte er. Kalkuliert werde mit 30 Millionen Euro Gewerbesteuer-Einnahmen und 32,7 Millionen Euro Einkommensteuerbeteiligung. Die Aufwendungen liegen laut Eckert bei 120,1 Millionen Euro. Das Geld fließe also schnell wieder ab. Größte Ausgabeposten sind Transferleistungen und dabei die Kreisumlage mit etwa 33,3 Millionen Euro. Es folgen die Personalaufwendungen mit einem neuen Höchststand von rund 33 Millionen Euro. Der eigentliche Kraftakt finde aber im Finanzhaushalt statt – bei den Investitionen in Höhe von rund 35,3 Millionen Euro. 2027 müsse man daher das Sparschwein schlachten. Er mahnte, dass 2028/2029 harte Zeiten auf die Stadt zukommen werden. Zumal der Schuldenstand steige.
Finanzreferent Klaus Wollenberg (FDP) stellte seine Rede unter den Leitgedanken „Wachsamkeit statt Wunschdenken – die finanzielle Konsolidierung als Daueraufgabe unserer Haushaltsbemühungen“. Beide Haushaltsteile seien auf Kante genäht. Mit Sorge blickte er auf das Veranstaltungsforum Fürstenfeld, dessen Defizit sich stetig nach oben entwickele. Er mahnte insgesamt zur Disziplin. Der Fokus sollte künftig auf Investitionen liegen, die Geld in die Stadtkasse zurückbringen. Er nannte hier unter anderem Wohnungsbau, PV-Anlagen, Energieeffizienz oder Digitalisierung. Der vorgelegte Haushalt sei keiner zum Jubeln, aber zum Durchschnaufen.
Karin Geißler (BBV) sprach sich dafür aus, den erfolgreichen Weg der Konsolidierung fortzusetzen. „Vor uns liegen aber auch große Aufgaben“, betonte sie und nannte den Umzug des Bauhofs, den Bau von Kindergarten/Jugendzentrum Nord und Straßenbauprojekte. Was ihr aber in dem Entwurf fehlte, waren Zahlen zur AmperOase/Eishalle. „Wir müssen uns auch solchen
Themen widmen“, bekräftigte sie und setzt auf den wieder gegründeten Arbeitskreis.
Georg Jakobs (CSU) begrüßte, dass es in Zeiten besonderer Krisenlagen gelungen sei, einen soliden, genehmigungsfreien Haushalt aufzustellen. Er wies jedoch auf finanzielle Risiken hin wie etwa durch die B2-Verlegung. Schnelleres Handeln wünschte er sich beim Neubau des Kindergartens Nord. Zudem beklagte er die aktuelle Wirtschaftspolitik, die eher zu Gewerbeabwanderungen und damit einem Rückgang der Gewerbesteuer-Einnahmen führe.
Jan Halbauer (Grüne) kritisierte die in seinen Augen unzureichende Bodenvorratspolitik. Im Etat seien für Vorkaufsrechte 500.000 Euro angesetzt. Er plädierte für eine Erhöhung auf zwei Millionen Euro. Nur wenn man Zugriff auf Grund und Boden habe, könne man genossenschaftliches Wohnen und Einheimischen-Modelle ermöglichen. Insgesamt sei dieser Haushalt besser als viele zuvor, aber er sei kein Grund zur Selbstzufriedenheit.
Man würde die wesentlichen Eckpunkte mittragen, auch wenn man in Teilfragen anderer Meinung sei, sagte Markus Droth (FW). Er sprach die Bürgerbeteiligung an. Projekte, die man beschließe, müssten von der Bürgerschaft mitgetragen werden. Er setzte sich erfolgreich für einen vorgezogenen Ausbau der Route Am Sulzbogen ein. Handlungsbedarf sah er auch bei der Gewerbeflächenplanung – zumal das Fliegerhorst-Areal weggefallen sei.
Der Haushalt sei ein historischer, sagte Andreas Lohde (FBM). Er verlangte aber mehr Mut für eine wirtschaftsfreundliche Ansiedlungspolitik. Man müsse mehr ins Machen kommen und schnelle, unbürokratische Wege finden bei der Realisierung von Vorhaben. Zudem monierte er mit Blick auf den maroden Zustand des Bauhofs, dass die Neubau-Planungen nur schleppend
vorangehen.
„Es ist viel Gutes dabei“, erklärte Florian Weber (Die Partei). Er sei jedoch „überdurchschnittlich unzufrieden“ mit Entscheidungen im sozialen Bereich. Im Blick hatte er unter anderem mangelnde Barrierefreiheit oder fehlenden sozialen Wohnungsbau. Ebenfalls plädierte er für mehr Miteinander, denn alle würden dasselbe wollen: dass es der Stadt Fürstenfeldbruck gut gehe.
Ihre Kritikpunkte aus der Vergangenheit seien immer noch aktuell, stellte Alexa Zierl (ÖDP) fest. In Sachen Radverkehr beklagte sie, dass zwei zentrale Verbindungsrouten im Etat fehlen: die Umgestaltung der Oskar-von-Miller-/Fürstenfelder Straße und der Augsburger Straße. Beides war wegen der Diskussion über die Zukunft der B2 auf Eis gelegt worden. Sie beantragte erfolgreich hierfür ausreichend Budgets aufzunehmen.
Die SPD verweigerte die Zustimmung. Philipp Heimerl ärgerte sich, dass der Stadtrat bei den Beratungen eher ein störendes Element sei, wenn er Ideen oder Anpassungen vorschlage. Jedes vorläufige Haushaltsergebnis zeige aber, dass die Stadt besser dastehe als gedacht. Das Konsolidieren und die Kürzungen wären also oft nicht notwendig gewesen. Die SPD-Anträge auf eine Erhöhung der Jugendsportförderung um 63.000 Euro und zusätzliche 50.000 Euro für die Prüfung neuer Wegeverbindungen an der Amper wurden abgelehnt.
Kämmerer Eckert nun berufsmäßiger Stadtrat
Der Stadtrat hat im September beschlossen, die Stelle der Leitung von Amt 2 „Finanzen & Immobilien“ ab 2026 auf die Dauer von fünf Jahren mit einem berufsmäßigen Stadtrat zu besetzen und auf eine öffentliche Stellenausschreibung zu verzichten. Im Dezember gab das Gremium mehrheitlich grünes Licht für die erforderliche Änderung der Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts. In dieser Sitzung monierte Alexa Zierl (ÖDP), dass die Stelle nicht ausgeschrieben werden soll und stellte den Antrag, das Thema an den Haupt- und Finanzausschuss zurückzuverweisen. Ihr Vorstoß wurde jedoch abgelehnt.
OB Christian Götz hatte den bisherigen Dienstposteninhaber Marcus Eckert zur Wahl vorgeschlagen. In geheimer Abstimmung wurde er mit 25:9 Stimmen gewählt. Kurz vor Weihnachten erfolgte durch Götz und Personalleiter Michael Wagner (re.) die Übergabe der Urkunde, die dies offiziell macht.
Örs Huber in Umweltbeirat berufen
Im Juli 2023 war Mathilda Cimiotti in den Umweltbeirat der Stadt gewählt worden. Im November vergangenen Jahres hat sie aus privaten Gründen ihren Rücktritt aus dem Gremium erklärt. Daher stand die Nachbesetzung Mitte Dezember 2025 im Stadtrat an. Bei vorzeitigem Ausscheiden beruft der Stadtrat laut der Satzung aus den verbliebenen Vorschlägen ein Ersatzmitglied. Der nächst gewählte Nachrücker war Örs Huber, der sich bereits im Vorfeld der Sitzung zur Aufnahme des Amtes bereiterklärt hatte.
Kulturreferat neu besetzt
Nachdem Stadträtin Tina Jäger (SPD) ihr Mandat als Stadträtin und Kulturreferentin niedergelegt hat, wurde in der Stadtratssitzung Mitte Dezember das Referat für Fürstenfeld, Kultur, Kunsthaus neu vergeben. Über die Neubesetzung des Amts war bereits im November in der Fraktionsvorsitzenden-Runde abgestimmt worden. Jetzt wurde Christian Stangl (Grüne) vom Stadtrat offiziell zum Nachfolger benannt. Es gab fünf Gegenstimmen. OB Christian Götz gratulierte ihm zum neuen Posten und vom Gremium gab es Beifall.
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