Sitzung des Stadtrats vom Oktober 2025
Antrag auf Fördermittel für Innenstadt-Projekte
Seit vielen Jahren bekommt die Stadt Mittel für Maßnahmen zur baulichen Entwicklung der Innenstadt. Der dafür erforderliche Antrag wird jährlich fortgeschrieben. Turnusmäßig stand das Thema jetzt auf der Tagesordnung sowohl des Planungs- und Bauausschusses als auch des Stadtrats. Angemeldet werden sollen Projekte sowohl im Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“ als auch im bayerischen Programm „Innen statt Außen“. Das Paket wurde von beiden Gremien einstimmig gebilligt.
Im Antrag „Lebendige Zentren“ hat die Verwaltung für das Jahr 2026 zwei Projekte aufgeführt. Zum einen wird der Neubau einer Brücke zwischen der Aumühle und Lände genannt. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Stadtbauamt nach ersten groben Schätzungen auf rund 780.000 Euro. Hierzu soll im kommenden Jahr ein Wettbewerb durchgeführt werden. Die förderfähigen Kosten werden mit 100.000 Euro beziffert. Zum anderen ist erneut der Verfügungsfonds Stadtmarketing eingeplant. Die förderfähigen Kosten betragen 25.000 Euro. Über den Fonds sollen vor allem Maßnahmen zum Strukturaufbau eines Innenstadtmarketings erfolgen. „Sanierung Alter Schlachthof auf der Lände“ ist die einzige Maßnahme überschrieben, für die die Stadt im Programm „Innen statt außen“ Fördermittel beantragt. Der Ansatz liegt hier bei 521.000 Euro.
Alexa Zierl (ÖDP) hinterfragte, warum das „Kommunale Förderprogramm zur Innenhofbegrünung“ aus dem Jahresantrag herausgenommen worden ist. Laut Verwaltung wurde dieses kaum angenommen. Außerdem ärgerte sie sich, dass die Erneuerung der wichtigen Brücke „Deichensteg“ zwischen der Emmeringer- und der Weiherstraße und deren Ausbau für Fuß- gänger und Radfahrer immer wieder verschoben wird. Laut Zustandsbewertung sei hier kein akuter Handlungsbedarf, so Stadtbaurat Johannes Dachsel.
Im Stadtrat forderte Philipp Heimerl (SPD), dass die Listen früher vorgelegt werden, damit man sich intensiver damit auseinandersetzen kann. Dies könne gerne angepasst werden, sagte Dachsel. Zumal der Stichtag für die Einreichung der Anträge bei der Regierung von Oberbayern der 1. Dezember sei.
Thema B 2-Verlegung im Stadtrat abgesetzt
Ende Oktober wollte der Stadtrat endgültig über die formale Verlegung der Bundesstraße 2 auf die jetzige Schwerverkehrstrasse über die Oskar-von-Miller-, Fürstenfelder- und die äußere Schöngeisinger Straße entscheiden. Mit dem Staatlichen Straßenbauamt Freising sollte eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen werden. Doch daraus ist nichts geworden. Denn just am Tag der Sitzung hat die Bürgerinitiative „Verbleib B2 – keine Umwidmung städtischer Straßen“, die sich für die bisherige Streckenführung und den Neubau der Amperbrücke einsetzt, ihre Unterschriften-Listen für ein entsprechendes Bürgerbegehren offiziell im Rathaus übergeben. OB Christian Götz (BBV) hat daher den Tagesordnungspunkt abgesetzt. Ein Beschluss könne nun nicht mehr gefasst werden.
Die Verwaltung prüft jetzt die Korrektheit der gut 2.200 Unterschiften durch einen Abgleich mit dem aktuellen Wählerverzeichnis. Wenn das Quorum von mindestens 2.000 Unterschriften erreicht ist, wird vermutlich in der Sitzung des Stadtrats am 25. November über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entschieden. Ab da läuft eine Frist von drei Monaten, innerhalb derer der Bürgerentscheid abgehalten werden muss, erläuterte Götz. Der Termin darf jedoch nicht zu nah an der Kommunalwahl am 8. März liegen. Wahrscheinlich wird damit eine Abstimmung im Januar.
Götz wies zudem auf den Zeitdruck hin, der durch den maroden Zustand der Amperbrücke bestehe. Wenn sich dieser weiter verschlechtert, könne es sein, dass das zuständige Staatliche Bauamt Freising sagt, es müsse die Brücke sperren oder die Traglast des Bauwerks auf 7,5 Tonnen heruntersetzen, führte er aus. Dies hätte dann Auswirkungen auf den ÖPNV. „Jede Verzögerung macht das Ganze problematischer“, betonte er. Daher hatte das Staatliche Bauamt eine Entscheidung der Stadt noch heuer gefordert. Laut Götz werde man nun versuchen, mit der Behörde zu verhandeln, den Bürgerentscheid im Januar noch abzuwarten. Er gehe davon aus, dass sie sich darauf einlässt. Wenn nicht, könnte es sein, dass das Bauamt sein Angebot zurückzieht und selbst entscheidet – wohl für einen Abbruch und Neubau der Brücke. Dies wäre dann die „maximal undemokra- tischste Entwicklung“ in diesem langen Prozess, so der OB.
Gründung der Solarpark GmbH & Co. KG beschlossen
Die Stadtwerke beabsichtigen, eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Gesamtnennleistung von rund acht Megawatt größtenteils auf dem Gebiet der Stadt Fürstenfeldbruck sowie auf Emmeringer Flur entlang der Bahnlinie zu entwickeln, zu errichten und anschließend zu betreiben. Zu diesem Zweck soll zunächst eine Gesellschaft ausschließlich durch die Stadtwerke gegründet werden, um bereits mit dieser an der EEG-Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilzunehmen und die Fremdfinanzierung über diese Gesellschaft abwickeln zu können. Nach Errichtung und Inbetriebnahme werden die Gemeinde Emmering sowie der Grundstückseigentümer als Mitgesellschafter aufgenommen. Etwa 80 Prozent der Gesellschaftsanteile verbleiben bei den Stadtwerken. Eine direkte Beteiligung der Stadt ist nach Fertigstellung möglich. Die durch den Gesellschaftsvertrag entstehende Solarpark Fürstenfeldbruck Emmering GmbH & Co. KG soll künftig als Betreibergesellschaft fungieren.
Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat in seiner Oktober-Sitzung die Gründung der Gesellschaft vorberaten und einstimmig befürwortet. Im Anschluss hat auch der Stadtrat mit großer Mehrheit als alleiniger Gesellschafter der Stadtwerke die Gründung beschlossen. Zuvor hatte Jan Halbauer (Grüne) für eine Zustimmung geworben. Man habe mit den verschiedenen Beteiligten in Gesprächen eine sehr gute Lösung gefunden, so dass private Grundstücksflächen durch einen Grünstreifen und eine Streuobstfläche abgeschirmt werden würden und auch durch die entsprechende Neigung der Anlage keine Beeinträchtigung entstehen werde. Klimaschutzreferentin Alexa Zierl (ÖDP) betonte zudem die Artenvielfalt, die entstehen wird: „Es summt und brummt unter Freiflächenanlagen.“
Interner Klimaschutzfonds wird umgesetzt
Nach dem Finanzausschuss hat sich nun auch der Stadtrat mehrheitlich für die Gründung eines Fonds zur Finanzierung verwaltungsinterner Klimaschutzmaßnahmen ausgesprochen. In den Fonds werden für 2026 und 2027 jeweils 250.000 Euro eingestellt. Nach diesen beiden Jahren soll die Wirksamkeit nochmals diskutiert und erneut entschieden werden. Eingereichte Vorhaben werden intern bewertet und dann wird entsprechend Geld ausgeschüttet. Der Fokus liegt dabei auf direkten Treibhausgas-Einsparungen in der Verwaltung. Projekte zur Klimaanpassung oder für den Naturschutz bleiben außen vor. Klimaschutzreferentin Alexa Zierl (ÖDP) trat dafür ein, auch Maßnahmen zur Klimaanpassung zu unterstützen. Markus Droth (FW) betonte, dass man ohnehin viel Manpower und Geld in diese Bereiche investiere. Daher hielt er den Fonds für überflüssig. Am Ende stimmten sieben Stadträte ge- gen das Vorhaben.
Feuerwehrkräfte erhalten Anerkennung
Die vielen ehrenamtlich Tätigen in den drei Freiwilligen Feuerwehren (FFW) der Stadt erfüllen eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Kommune. Man komme aber an die Grenzen der Belastbarkeit, betonte der zuständige Referent Andreas Lohde (Fürstenfeldbrucker Mitte) im Stadtrat. Er rechnete vor, dass man bei rund 400 Einsätzen im Jahr in einem Bereich sei, der in anderen Städten und Gemeinden bereits von hauptamtlichen Kräften geleistet werde. Mit Blick auf die rund 20.000 Mannstunden jährlich hob er das herausragende Engagement bei den Wehren hervor. Man wolle, dass dies so bleibt. Daher freute er sich, dass sich der vorberatende Ausschuss einstimmig für die Einführung einer Aufwandsentschädigung als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung ausgesprochen hatte. Im Stadtrat warb er ebenfalls für Zustimmung.
Vor allem gehe es darum, auch in ungünstigen Zeiten genügend Leute in die Fahrzeuge und an die Einsatzstelle zu bekommen. Es sei aber schwierig, wenn die Feuerwehrkräfte beispielsweise in einer Gewitternacht vier Mal eine Brandmeldeanlage aufsuchen und dann dort nur einen technischen Defekt beheben müssen. Aber es könnte ja sein, dass es dort tatsächlich brennt. „Wir brauchen ein Instrument, um die Leute bei solchen Einsätzen bei der Stange zu halten“, betonte er.
Die neue Aufwandsentschädigung soll auf den nachgewiesenen Leistungen wie etwa Anzahl und Art der Einsätze und Übungen basieren. Die Verwaltung geht von rund 40.000 Euro aus. Dies sei ein erster Schritt, um das Ehrenamt attraktiv zu halten, bekräftigte Markus Droth (FW). Letztlich stimmte der Stadtrat geschlossen für die Einführung des Konzepts.
Walter Schwarz wieder SPD-Stadtrat
Tina Jäger hat ihr Stadtratsmandat niedergelegt. Aus beruflichen Gründen wird sie in den kommenden Monaten vorwiegend im Ausland sein und ist daher nach eigener Aussage nicht in der Lage, ihr Amt auszufüllen. Gerade mit Blick auf die kommende Kommunalwahl, wolle sie ihre Fraktion nicht mit einem leeren Sitz zurücklassen. Als Listennachfolger übernimmt Walter Schwarz ihren Platz. In der jüngsten Stadtratssitzung wurde er von OB Christian Götz (BBV) vereidigt. Götz bemerkte, dass Schwarz als „alter Hase“ sofort einspringen könne. Jäger wünsche er viel Erfolg für die Zukunft
Wettbewerb für Schlachthof-Areal auf Weg gebracht
In den kommenden Jahren ist die Sanierung des denkmalgeschützten ehemaligen Schlachthofs auf der Lände geplant. Hierfür soll ein Realisierungswettbewerb ausgeschrie- ben werden. Der entsprechende Auslobungstext wurde im Oktober zunächst im Planungs- und Bauausschuss (PBA) vorberaten und dann im Stadtrat beschlossen. In beiden Gremien fiel das Votum einstimmig positiv aus.
Das Projekt ist Teil des städtebaulichen Rahmenplans für das neue Quartier rund um Aumühle und Lände. Bekanntlich soll dort ein lebendiges, heterogenes Gebiet entstehen, das zentrumsnahes Wohnen, Kultur- und Kreativwirtschaft, Gastronomie, Jugendkultur und Erholung vereint. Eine Machbarkeitsstudie zur „Umnutzung und Sanierung des ehemaligen Schlachthofs“ liegt ebenfalls bereits vor. Darauf aufbauend wird die Wettbewerbsaufgabe auf insgesamt 54 Seiten detailliert dargestellt. Die Auslobung ist mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt, erläuterte Architekt Ralf Wehrhahn, der den Wettbewerb betreut.
Sechs Büros werden zur Teilnahme eingeladen und weitere zwölf Teilnehmende sollen über die Ausschreibung gefunden werden. Das Preisgericht wird am 23. April 2026 tagen. An Preisgeldern sind insgesamt brutto 98.770 Euro vorgesehen. Hinzukommen die Honorarkosten des Büros, das den Auslobungstext ausgearbeitet hat. Das Verfahren wird von der Regierung von Oberbayern mit bis zu 80 Prozent bezuschusst.
Gefunden werden soll ein Entwurf für das Gebäudeensemble, der die einmalige Chance ergreift, das Nutzungskonzept unter Würdigung des Einzeldenkmals von nationalem Rang im Bestand auf kreative und innovative Art umzusetzen. Nach zwei Jahren Planung und zweieinhalb Jahren Bauzeit soll das Projekt fertiggestellt sein.
Massive Kostensteigerung bei Container-Projekt
Eigentlich sollte am Stadion auf der Lände ein Sportlerheim für die Fursty Razorbacks entstehen. Aus finanziellen Gründen kann dieses aber vorerst nicht gebaut werden. Als kostengünstige Zwischenlösung wurde dann eine zweigeschossige Containeranlage mit Umkleiden, Sanitärräumen und Lagermöglichkeit geplant. Genutzt werden sollen hierfür die ehemaligen Klassenzimmer-Container der Grundschule West. Die Kosten für das Projekt wurden mit rund 400.000 Euro beziffert. Jetzt wurden im Planungs- und Bauausschuss (PBA) neue Zahlen vorgelegt: Mit rund 1,46 Millionen Euro – inklusive zehn Prozent Risikoaufschlag – wird das Vorhaben nun deutlich teurer. Nichtsdestotrotz haben sowohl der vorbe- ratende Ausschuss als auch der Stadtrat für die Umsetzung des Vorhabens gestimmt. Gemäß Zeitplan ist eine Übergabe an die American Footballer im Mai 2026 geplant.
Das beauftragte Architekturbüro zeigte im PBA auf, wie es zu der Kostenmehrung kam. Bei der Bestandsaufnahme wurde festgestellt, dass die Container in einem schlechten Zustand sind. So fehlen im Inneren teilweise Stützen. Weil die Anlage zweigeschossig geplant ist, seien diese aber wegen der Statik zwingend erforderlich. Zudem muss die Haustechnik erneuert werden. Nötig sei auch ein Witterungsschutz an der Fassade, der in Holz ausgeführt werden soll. Und sowohl für die Gründung als auch für die Niederschlagsversickerung sei ein Bodenaustausch erforderlich. Denn im Bereich des Baufelds wurden in geringem Maß Schadstoffe festgestellt. Für die Duschbereiche scheint laut Verwaltung aufgrund des hohen Aufwands und teuren Umbaus eine Neuanschaffung der Container sinnvoller.
Die Kostensteigerung führte im PBA zu deutlicher Kritik. Jan Halbauer (Grüne) sprach von einem unglücklichen Verlauf und forderte weitere Varianten. Man solle den Sparfuchs antreten lassen. Es sei nicht mehr viel herauszuholen, hielt Stadtbaurat Johannes Dachsel dagegen. Karl Danke (BBV) sagte, man müsse es jetzt so nehmen und hoffen, dass es bei der Realisierung günstiger wird. Mirko Pötzsch (SPD) befürchtete, dass das Provisorium für lange Zeit bleibt. Laut Christian Stangl (Grüne) sollte eruiert werden, inwieweit sich der TuS Fürstenfeldbruck beteiligen könnte. Alexa Zierl (ÖDP) forderte, die Installation einer PV-An- lage auf dem Dach noch einmal zu prüfen.
Im Stadtrat wurde eine ähnliche Diskussion geführt. So richtig glücklich sei er überhaupt nicht, sagte Pötzsch. Dies sei kein sauberes Verfahren, die Kostensteigerung sei inakzeptabel und die Lösung nicht langfristig tragfähig, monierte Halbauer. Bauamtsleiter Dachsel betonte, dass man beauftragt worden sei, eine Lösung mit den vorhandenen Containern umzusetzen. Daher seien keine weiteren Varianten untersucht worden. Er warb aber dafür, die Sanitär-Container neu anzuschaffen. Dadurch könne man ein bisschen Geld einsparen. Dierestlichen sollen wie geplant ertüchtigt werden. Dies sei auch im Sinne der Nachhaltigkeit, bekräftigte OB Christian Götz (BBV). Markus Droth (FW) warb für Zustimmung. Es sei kein Zustand, dass sich die Leute auf dem Platz umziehen müssten und keine Infrastruktur vorhanden sei. Ähnlich sah dies Sportreferent Martin Kellerer (CSU). Man solle das Ganze nicht schlechter reden, als es sei, bekräftigte Zierl
Thomas Brückner (Grüne) legte einen Plan für den Einbau einer behindertengerechten Toilette vor. Dafür würde der Abstellraum kleiner ausfallen. Unterstützung bekam er von Philipp Heimerl (SPD). Jede Änderung führe zu einer weiteren Verzögerung, sagte Götz. Die Verwaltung wird die Barrierefreiheit nun nochmals prüfen.
Neue Ausschuss-Besetzungen
Birgitta Klemenz, Andreas Lohde, Robert Aldini und Michael Piscitelli sind zum 16. Oktober aus der CSU-Stadtratsfraktion sowie dem CSU-Ortsverband ausgetreten und in die neu gegründete Gruppierung „Fürstenfeldbrucker Mitte“ eingetreten. Bis zur Kommunalwahl im März kommenden Jahres werden sie nun als unabhängige Fraktion dem Stadtrat angehören.
In Folge dessen waren die Sitze in den Ausschüssen neu zu berechnen, da diese an die jeweilige Fraktionsstärke im Stadtrat gekoppelt sind. Die Änderungen wurden in der jüngsten Stadtratssitzung beschlossen. Die Besetzung sonstiger Gremien bleibt bis zur Wahl 2026 größtenteils aus pragmatischen Gründen unverändert. Dort ist die Fraktionsstärke irrelevant. Einzige Ausnahme ist der Aufsichtsrat der Stadtwerke. Dort war bislang Lohde für die CSU vertreten und nimmt diesen Sitz nun für die neue Gruppierung wahr.
zurück zur Übersicht