Sitzung des Planungs- und Bauausschusses vom 15. April 2026
Razorbacks: Touch Down in Sachen Umkleiden?
Die American Football-Mannschaft Fursty Razorbacks braucht für ihren Spielbetrieb dringend unter anderem Umkleidekabinen samt Sanitäranlagen. Seit Jahren wird nach Lösungen gesucht. Zunächst fehlten die finanziellen Mittel für das geplante Sportlerhaus auf der Lände. Die angedachte, günstige Lösung der Nutzung von vorhandenen Containern mit entsprechendem Umbau stellte sich dann als doch aufwändiger und damit wesentlich teurer heraus: Statt der kalkulierten 400.000 Euro landete man im Herbst vergangenen Jahres bei rund 1,4 Millionen Euro. Das Vorhaben wurde dennoch beschlossen. Um möglichst schnell voran zu kommen, wurden die Erd- und Fundamentarbeiten bereits in Angriff genommen. Die mehrfache Ausschreibung der Arbeiten verlief in Folge dann aber ergebnislos, es gingen keine passenden Angebote ein.
Nun stellte die Verwaltung dem Planungs- und Bauausschuss einen neuen Vorschlag vor, der einstimmig begrüßt wurde. Es soll eine sogenannte funktionale Ausschreibung erfolgen, bei der lediglich definiert wird, welche Anforderungen zum Beispiel in Bezug auf das Raumprogramm erfüllt werden müssen – die konkrete Umsetzung, ob mit Containern, die außen mit Holz verkleidet sein sollen, oder zum Beispiel in Holzständerbauweise, bleibt den Anbietern überlassen. Geplant ist nun ein schlüsselfertiges Bauwerk, das den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes entspricht und möglichst wirtschaftlich sowie zügig realisiert werden kann. Die bislang veranschlagten Kosten würden laut Verwaltung nur geringfügig überschritten.
Stadtbaurat Johannes Dachsel betonte im Ausschuss, dass die entsprechende Ausschreibung bereits vorbereitet sei und unmittelbar nach der politischen Entscheidung veröffentlicht werden könne. Alternativ bestünde weiterhin die Möglichkeit, an der Containerlösung festzuhalten oder die Planungen grundlegend zu überarbeiten – dies würde jedoch weitere Verzögerungen bedeuten.
Laut Michael Maurer, Leiter des Sportamts, seien die Razorbacks mit dem nun ins Spiel gebrachten Vorgehen „absolut einverstanden“. Es sei lediglich der Wunsch geäußert worden, den Lagerbereich nun wieder, wie ursprünglich angedacht, zu vergrößern. Dem wurde entsprochen.
In der Diskussion wurde erfolgreich angeregt, zugunsten von mehr Platz die im Obergeschoss zurückspringende Fassade aufzugeben und stattdessen ein geschlossenes Gebäude zu planen.
Die Mitglieder des Stadtrats folgten dem Ergebnis der Vorberatung. Dachsel erläuterte dem Gremium noch die Bewertungsmatrix, die Grundlage für die Vergabe sein wird. Die Kosten bezifferte er auf insgesamt 1,715 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Bau, die Planung das bereits errichtete Fundament, sowie die Außenanlagen. Er sicherte zu, dass man auf eine ästhetische Gestaltung achten werde. Sitzungsleiter und Zweiter Bürgermeister Christian Stangl (Grüne) sprach von einem zukunfts- und tragfähigen Ergebnis. Sportreferent Martin Kellerer (CSU) freute sich, dass nun etwas Dauerhaftes entstehen wird und nicht nur eine Übergangslösung.
Wenn die Ausschreibung erfolgreich ist, kann der Baubeginn im Oktober/November erfolgen. Im März kommenden Jahres würde das Haus dann rechtzeitig vor dem Start in die neue Football- Saison übergeben werden.
LED-Flutlichtmasten für das Sportzentrum
Der Planungs- und Bauausschuss hat der Aufstellung eines Doppel-Standard-Containers als Gerätelager für den Trainingsplatz der Fursty Razorbacks sowie der Erweiterung der bestehenden Flutlichtanlage um 14 LED-Lichtmasten an der Klosterstraße zugestimmt. Damit wird die gesamte Beleuchtung des Sportgeländes, einschließlich Stadion und Amperium-Areal erneuert/ergänzt.
Post will sich in der Hasenheide ansiedeln
Die Deutsche Post AG will in Fürstenfeldbruck einen neuen Verbund-Zustellstützpunkt für den Versand von Post und Paketen errichten. Grund ist die Zunahme des Versandgeschäftes und die Entlastung der bestehenden Verteilzentren im Raum München und Augsburg. Dazu sind eine Halle mit einer Größe von etwa 2.500 Quadratmetern sowie die dazugehörigen Stellplätze und Nebenanlagen notwendig. Hierfür bräuchte es ein passendes Grundstück. Fündig geworden ist die Deutsche Post AG an der westlichen Fraunhoferstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zum vorhandenen Getränkelogistiker. Im Oktober 2024 trat die Deutsche Post DHL Real Estate Deutschland GmbH erstmals an die Verwaltung heran, um ihre Ideen für die Bebauung als Machbarkeitsstudie für den möglichen neuen Stützpunkt vorzustellen. Im November diskutierte der Planungs- und Bauausschuss (PBA) in nichtöffentlicher Sitzung bereits hierüber und begrüßte grundsätzlich das Vorhaben. Dem schlossen sich die Mitglieder des Stadtrats einstimmig an.
Um auf der Fläche bauen zu können, hat die Post darum gebeten, das Bauleitplanverfahren einzuleiten. Den Mitgliedern des PBA wurde in der April-Sitzung von der Verwaltung ein vorhabenbezogener Bebauungsplan mit Grünordnung vorgelegt. Der Ausschuss hat den entsprechenden Aufstellungsbeschluss vorberaten und ein positives Votum für den Stadtrat abgegeben. Dieser fasste den entsprechenden Beschluss.
Florian Peischl vom Bauamt berichtete, dass vorab bereits die Träger öffentlicher Belange einbezogen worden seien. So seien zielgerichtet schon verschiedene Fragen geklärt worden. Ergebnis war ein neuer Plan mit mehr Großbäumen, einer Fassadenbegrünung im Osten und Süden oder auch einer Dachbegrünung mit Photovoltaik-Modulen.
Da sich das Vorhaben in dem Bereich einer ehemaligen Hausmülldeponie befindet, stellte Karl Danke (BBV) die Frage nach dem Umgang mit Altlasten. Die anwesende Planerin erläuterte, dass das Grundstück erhöht liegt, sodass man versuchen wird, möglichst geringe Eingriffe in den Boden vorzunehmen. Zum Teil müsse er aber ausgetauscht werden. Die Versickerung des Wassers werde im gewachsenen Boden erfolgen. Die Größe des Gebäudes werde trotz der erhöhten Lage niedriger ausfallen werden als auf dem Nachbargrundstück.
Auf die Frage von Mirko Pötzsch (SPD) zum Verkehrsaufkommen hieß es, dass bereits Schallschutz- und Verkehrsgutachten vorliegen würden. Es gebe keine Probleme. Die Anlieferung der Post und Pakete werde in den frühen Morgenstunden erfolgen, dann würden die
„Zustellfahrzeuge ausschwärmen“, so die Architektin. Durch die insgesamt 90 Fahrten der 45 E- Fahrzeuge werde es an den Verkehrsknotenpunkten nur eine marginale Zusatzbelastung geben.
Als sehr positiv bewerteten Quirin Droth (FW) und Andreas Lohde (FBM), dass bei einer Ansiedlung der Post im Gewerbe- und Industriegebiet die derzeit genutzte Fläche an der Ecke Münchner Straße/Oskar-von-Miller-Straße frei werde für eine hochwertige Nutzung, nach Möglichkeit im Zusammenhang mit dem danebenliegenden Parkplatz der Deutschen Bahn.
In der Stadtratssitzung griff Stadtbaurat Johannes Dachsel zwei Punkte aus dem PBA auf, die dort zur Sprache gekommen waren. Zum einen ging es um die Idee, statt normaler Stellplätze für die Mitarbeitenden ein Parkdeck zu schaffen, um mehr Spielraum für Grün zu haben. Außerdem hatte Thomas Brückner (Grüne) angeregt, statt drei Meter fünf Meter Abstand zur Grundstücksgrenze des Nachbarunternehmens einzuplanen, damit ein breiterer Grünstreifen entsteht. Beides werde geprüft, so der Bauamtsleiter.
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