Fürstenfeldbruck Teil des neuen Netzwerks für Bahnhofsquartiere in der Metropolregion München

Die Internationale Bauausstellung Metropolregion München (IBA-M) hat am Montagabend, 21. September 2026, gemeinsam mit den Kommunen Augsburg, Dachau, Freising, Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren und München das Netzwerk „Bahnhofsquartiere" gegründet. Assoziiertes Gründungsmitglied ist die DB InfraGO AG.
Im Veranstaltungsforum Fürstenfeld unterzeichneten die politischen Vertretungen der sechs Kommunen, der DB InfraGO AG und der IBA-M eine gemeinsame Absichtserklärung. Anlass war die IBA-M-Netzwerkstatt „Bahnhofsquartiere" mit rund 100 Teilnehmenden aus Kommunen, Planung, Verwaltung, Politik und Wissenschaft. 

Hintergrund ist, dass die beteiligten Kommunen bei der Entwicklung ihrer Bahnhofsquartiere eine Zukunftsvision teilen und zugleich auf dieselben Hürden stoßen: Teilweise sind Eigentumsverhältnisse ungeklärt oder Zugriffsmöglichkeiten für eine gemeinwohlorientierte Entwicklung beschränkt, Förderprogramme greifen nicht immer ineinander und weitere Finanzierungswege sind bislang wenig erschlossen, Zuständigkeiten verteilen sich zwischen Kommune, Bahn, Freistaat und Bund. Besonders die frühe Konzeptphase gilt als Nadelöhr: Fördermittel setzen ein Konzept voraus, für dessen Erarbeitung wiederum Geld und Flächenzugriff nötig sind.
„Eine Bauausstellung, die zehn Jahre läuft, misst sich daran, was nach ihr bleibt", sagte Prof. Dr. Oliver Weigel, Geschäftsführer der IBA-M. „Einzelne gelungene Projekte reichen dafür nicht. Es braucht Strukturen, in denen Kommunen weiter voneinander lernen, wenn wir längst fertig sind. Deshalb ist dieses Netzwerk von Anfang an so angelegt, dass es uns überdauert."

Die Gründung hat eine Vorgeschichte. Im September 2025 widmete sich die erste IBA-M Summer School dem Thema „Bahnhofsumfelder als Kristallisationspunkte nachhaltiger Stadtentwicklung". 90 Studierende aus zehn Hochschulen des deutschsprachigen Raums bearbeiteten sieben reale Aufgabenstellungen der Partnerstädte 
München, Augsburg und Fürstenfeldbruck, darunter den Bahnhof Fürstenfeldbruck und die Bahnhofsumfelder in Augsburg-Oberhausen und München-Feldmoching. Begleitet wurden sie von Fachleuten aus den Stadtverwaltungen und der Deutschen Bahn. Was dort als Summer School begann, führt das Netzwerk nun in die Praxis der Kommunen zurück.

Das Netzwerk arbeitet an sechs Handlungsfeldern: Vernetzung und Anschlussmobilität, Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, stadträumliche Einbindung, Finanzierung, Flächenverfügbarkeit sowie Zusammenarbeit und Kooperation. Ziel ist es, Ansätze für die Umsetzung zu entwickeln, die sich von einem Standort auf den nächsten übertragen lassen, und gemeinsame Interessen gegenüber Bund, Freistaat und Bahn zu vertreten. Die IBA-M übernimmt die Koordination und Moderation.
Bund, Freistaat, Bahn und Kommunen auf einem Podium

Vor der Unterzeichnung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Freistaat, Deutscher Bahn und Kommunen über die politischen Rahmenbedingungen — darunter Gabriele Kautz für das Bundesbauministerium, Ministerialdirigentin Marion Frisch für das Bayerische Bauministerium und Esther Heckmann für die DB InfraGO AG. Moderiert hat Prof. Dr. Oliver Weigel. Zum Auftakt der Veranstaltung richtete der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, ein Grußwort per Video an die Teilnehmenden.
Die DB InfraGO AG bringt sich über ihre Kompetenzstelle Bahnhofsvorplatz & Anschlussmobilität ein und berät Kommunen bei Konzepten für ihre Bahnhofsumfelder sowie bei Fragen der Flächengestattung und der Fördermittel. Allein im Regionalbereich Süd verantwortet das Unternehmen rund 1.000 Bahnhöfe in Bayern. „Ein Bahnhof endet nicht am Bahnsteig", sagte Esther Heckmann, Leiterin Personenbahnhöfe Süd der DB InfraGO AG. „Wo Kommune und Bahn früh gemeinsam planen statt nacheinander, entstehen Lösungen, die für beide Seiten funktionieren und vor allem für die Reisenden."

Verschiedene Standorte, vielfältige Ausgangslagen

Wie unterschiedlich sich dieselbe Aufgabe stellt, zeigen die eingebrachten Standorte: der Münchner Hauptbahnhof im Jahrzehnteumbau, ein Bundesprogramm in Kaufbeuren, ein geplantes neues Stadtviertel in Freising, ein fertiges Konzept in Dachau, ein Stadtteilbahnhof in Augsburg-Oberhausen. Gemeinsam ist allen, dass die entscheidenden Hürden nicht am Bahnsteig liegen, sondern davor und daneben.

Am zweiten Veranstaltungstag erarbeiteten die Teilnehmenden einen Aktionsplan für die künftige Netzwerkarbeit und legten Arbeitsformate und Strukturen fest. 
Die Gründungskommunen und die DB InfraGO AG streben an, das Netzwerk über die Laufzeit der IBA-M bis 2034 hinaus zu verstetigen. Es steht allen Kommunen und Institutionen offen, die an der Entwicklung eines Bahnhofsquartiers in der Metropolregion München beteiligt sind und aktiv mitwirken möchten.
Mehr Informationen unter iba-m.de/iba-m-netzwerk-bahnhofsquartiere.

Das Netzwerk Bahnhofsquartiere wurde nun gegründet und eine entsprechende Urkunde gemeinsam unterzeichnet.


Oberbürgermeister Christian Götz: „Unser Bahnhof war eine der Aufgaben der IBA-M Summer School im vergangenen Jahr. Die Studierenden haben uns gezeigt, was an diesem Ort möglich wäre — und ebenso deutlich, woran es scheitert, wenn Stadt, Bahn und Freistaat nicht zusammenarbeiten. Dass aus dieser Werkstatt jetzt ein dauerhaftes Netzwerk wird, ist der richtige nächste Schritt. Deshalb sind wir gerne Gastgeber. “

Es wurde bei der Veranstaltung im Säulensaal, aber auch beim abschließenden Büffet, viel miteinander gesprochen und sich ausgetauscht.


Fotos: IBA/forStory




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