Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 22. September 2026

Mehr Glasfaser für Bruck: Stadt nutzt neue Förderchance

Schnelles Internet ist in Fürstenfeldbruck noch nicht überall selbstverständlich. Nach der jüngsten Bestandsaufnahme gelten 1.947 Adressen im Stadtgebiet als unterversorgt und nach den aktuellen Regeln als förderfähig. Die Stadt will deshalb die Chance auf Zuschüsse von Bund und Freistaat nutzen und hat einen Förderantrag für den Ausbau aller dieser Anschlüsse gestellt. Der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss hat dieses Vorgehen in seiner jüngsten Sitzung nun einstimmig gebilligt.

Betroffen sind nicht nur einzelne Außenbereiche. Versorgungslücken gibt es unter anderem in Puch und Aich, in Teilen der Hasenheide und Buchenau, in Neulindach sowie im Brucker Westen und in weiteren Bereichen des Stadtgebiets.

Weil die Antragsfrist bereits am 15. September endete, hatte die Stadt den Antrag vorsorglich fristgerecht eingereicht. Eine Förderzusage ist damit aber noch nicht verbunden. „Erst dann, wenn es den Förderbescheid gibt, werden die weiteren Schritte eingeleitet“, erläuterte Breitbandberater Günther Pichlmaier von der Corwese GmbH, der Förderverfahren von Bund und Freistaat begleitet, das weitere Verfahren. Danach folgen unter anderem die Ausschreibung und konkrete Angebote der Netzbetreiber.

Nach der derzeitigen Schätzung kostet der Ausbau rund 12 Millionen Euro. Davon könnten Bund und Freistaat zusammen 80 Prozent übernehmen, der Anteil der Stadt läge bei rund 2,4 Millionen Euro. Oberbürgermeister Christian Götz betonte, entscheidend sei zunächst, überhaupt in den Förderzyklus aufgenommen zu werden.

Weitere Informationen zum bereits laufenden geförderten Ausbau veröffentlicht die Stadt auf ihrer Seite zum Breitbandausbau. Breitbandausbau in Fürstenfeldbruck Die dortige Seite wurde zuletzt am 22. September 2026 aktualisiert.

Neue Gasbeschaffung: Geld stärker in Verbrauchssenkung stecken

Auch die Erdgasversorgung der städtischen Gebäude muss neu vergeben werden, weil der bisherige Liefervertrag Ende 2026 ausläuft. Der Ausschuss empfahl dem Stadtrat einstimmig eine europaweite Ausschreibung. Zumal: Der jährliche Gasbedarf der städtischen Abnahmestellen liegt derzeit bei rund 2,68 Millionen Kilowattstunden.

Anders als bisher soll kein als „CO₂-neutral“ bezeichnetes Erdgas mehr ausgeschrieben werden. Auch eine vollständige Versorgung mit Biogas ist nicht vorgesehen: Diese wäre nach Berechnungen der Verwaltung rund 60 Prozent teurer. Die dadurch vermiedenen Mehrkosten von geschätzt 150.000 Euro pro Jahr sollen stattdessen gemeinsam mit Mitteln des städtischen Klimafonds für Maßnahmen eingesetzt werden, die den Energiebedarf und damit die CO₂-Emissionen tatsächlich senken. Als mögliches Projekt wurde eine Kombination aus Photovoltaik und Großwärmepumpen an der Mittelschule West genannt.

Versicherungen werden auf den Prüfstand gestellt

Die Stadt will zudem genauer prüfen, welche Risiken tatsächlich versichert werden müssen und wo sich Beiträge sparen lassen. Bislang sind Versicherungen in unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung angesiedelt. Nun soll ein unabhängiger Experte das gesamte Portfolio untersuchen und Empfehlungen für eine einheitliche Linie erarbeiten.

Finanz- und Immobilienamtsleiter Marcus Eckert erklärte: „Wir wollen möglichst risikooptimiert damit umgehen und nicht in Vollkasko-Mentalität sagen: Wir wollen uns gegen jedes Risiko maximal absichern.“ Bei kleineren Risiken könne es wirtschaftlicher sein, einen möglichen Schaden selbst zu tragen, statt dauerhaft entsprechende Versicherungsbeiträge zu bezahlen. Der Ausschuss stimmte dem Vorgehen einstimmig zu.

Schuldenstand bei 25,4 Millionen Euro

Beim Bericht zum städtischen Kreditmanagement informierte Eckert außerdem über die Entwicklung der Verbindlichkeiten. Ende 2025 lag der Schuldenstand bei rund 25,4 Millionen Euro und damit knapp 1,8 Millionen Euro höher als ein Jahr zuvor. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug 674 Euro und lag nach Angaben der Kämmerei weiterhin unter dem bayerischen Landesdurchschnitt. Größere Investitionen, unter anderem in Schulen und Wohnungsbau, trugen zum Anstieg bei.

Um Zinsrisiken möglichst klein zu halten, setzt die Stadt bei neuen Finanzierungen vor allem auf langfristige Darlehen, die innerhalb ihrer Laufzeit vollständig zurückgezahlt werden.

Wirtschaftsbeirat und Neue Bühne

Für den neuen Wirtschaftsbeirat lagen acht Bewerbungen für sieben Plätze vor. Zur Berufung empfahl der Ausschuss nun Winfried Hagenhoff, Dr. Dominik Kramer, Robert Kowalski, Wolfgang Lastner, Dr. Dimitri Steinke, Albert Dietl und Dr. Hans Schleicher. Mike Trommer ist als Nachrücker vorgesehen. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat, die neue Amtszeit des Beirats soll am 1. Oktober beginnen und drei Jahre dauern.

Auch der Antrag zu Renovierungsarbeiten bei der Neuen Bühne Bruck wurde beraten. Bevor über eine Förderung entschieden wird, soll die Verwaltung mit den Beteiligten einen rechtssicheren Weg für eine mögliche Förderung erarbeiten.




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