Bruck`s erster Sanka-Fahrer - Der Schwarz Schorsch

Er war einer der bekanntesten Brucker und das weit über den Landkreis hinaus: Georg Schwarz, von allen nur „der Schwarz Schorsch“ genannt. 24 Jahre lang war er Sanitätsfahrer beim Roten Kreuz in Fürstenfeldbruck und brachte während dieser Zeit Kranke und Verletzte auf schnellstem Wege zur ärztlichen Hilfe.

1901 wurde er in Wenigmünchen geboren, die Familie hatte 17 Kinder. Beim Schmied Kachelriß in der Dachauer Straße hat er die Erfahrung machen müssen, dass damals Lehrjahre wirklich keine Herrenjahre waren. Später wechselte er zur Spedition Strasser,  wo er als Kraftfahrer tätig war.

1945 wurde er der dann der erste hauptamtliche SanKa-Fahrer in Bruck. Das erste Sanitätsauto war ein Opel mit 40 PS, davor hatte ein Pferdewagen den Dienst versehen. Die Garage befand sich in der Aumühle, das Büro zunächst im Alten Rathaus, später zog man in die Dachauer Straße um. Bruck hatte damals 10 bis 12-tausend Einwohner, es gab  zwei Krankenhäuser: In der Dachauer Straße und auf der Ludwigshöhe, wunderschön im Wald gelegen.

15 Jahre lang hat der Schwarz Schorsch alle Krankentransporte in Bruck alleine durchgeführt. Nur bei Liegendtransporten bekam er damals Hilfe durch einen Beifahrer. Wenn dieser aber nach dem Schwarz Schorsch seiner Meinung zu schwächlich war, hat er oft die Kranken alleine die Treppen im Krankenhaus hinaufgewuchtet, was seiner Gesundheit gar nicht so zuträglich war. Jeden Morgen ist er als erstes ins Krankenhaus um sich zu erkundigen, welche Transporte vorgesehen sind – Funk gab es ja noch nicht.
Für ihn gab es so gut wie keinen Urlaub, in seiner ganzen Dienstzeit war er nur 24 Tage krank. Seine Ehefrau Anna, die die Telefonzentrale des Roten Kreuzes betreute, war genau wie der Schorsch immer rund um die Uhr im Einsatz. Freizeit gab es da natürlich nur wenig. Nach deren frühen Tod hat  die Numberger Rosa den Telefondienst übernommen und – wie es heißt – zuverlässig und mit strengem Regiment versehen. 
Über all seine Fahrten hat der Schwarz Schorsch akribisch Buch geführt, täglich gab es bis zu zehn  und mehr Transporte durchzuführen. Viele werden sich gerne an seine Hilfsbereitschaft und sein Mitgefühl erinnern, wenn sie  an ihre Krankenzeit denken. Er war ja auch als Sanitäter ausgebildet und konnte sich so sehr gut auf die jeweilige Situation einstellen. Besonders nahe ging es ihm, wenn er ein Kind fahren musste.
1967 erhielt der Schwarz Schorsch in Anerkennung seines außergewöhnlichen Einsatzes das DRK Ehrenzeichen und 1971 das Steckkreuz des Bayerischen Staates.

Als er krank wurde, hat er seine Enkelin getröstet: "Du brauchst Dir keine Sorgen machen, ich bin dem „Sparifankerl“ schon zwei Mal von der Schaufel gesprungen!“ Beim dritten Mal  ist es ihm nicht mehr gelungen. Im Dezember 1979 ist der Schwarz Schorsch im Alter von 78 Jahren im Brucker Krankenhaus gestorben.            






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Stand: 02/28/2020
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