Die Polizeischule Fürstenfeldbruck im Nationalsozialismus

Seit 1924 beherbergte das Kloster Fürstenfeld eine Gendarmerie- und Polizeischule. 1937 ging die Schule in die Befehlsgewalt des Reichsführers der SS und Polizei, Heinrich Himmler, über. Die Polizeischule prägte als lokaler Machtfaktor des nationalsozialistischen Regimes den Ort Fürstenfeldbruck. Knapp 1.700 Polizeioffiziere durchliefen zwischen 1937 und 1945 in Fürstenfeldbruck die angebotenen Lehrgänge.

Ein Ausbildungsschwerpunkt war „Partisanenbekämpfung und Bandenkrieg“. Verbände unter dem Kommando von den in Fürstenfeldbruck ausgebildeten Polizeioffizieren begingen im Zweiten Weltkrieg grauenhafte Verbrechen. Sie waren beteiligt an Massenerschießungen und Deportationen von Juden in die Vernichtungslager sowie der Liquidation von Dörfern in den besetzten Ostgebieten.

Die Rolle der Polizeischule Fürstenfeldbruck im nationalsozialistischen Rassen- und Vernichtungskrieg war bislang kaum bekannt. Mit der Doktorarbeit von Sven Deppisch über die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei änderte sich das im Jahr 2017. Die Studie zeigt das Kloster Fürstenfeld als einen zentralen Täterort des Dritten Reiches und als einen wichtigen „Knotenpunkt im Koordinatensystem des Holocausts“. Nur wenige der Täter wurden nach dem Krieg juristisch zur Rechenschaft gezogen.

Die Ausstellung „Ausbildung – Enthemmung – Verbrechen" ist ein Kooperationsprojekt mit der Hochschule der Bayerischen Polizei Fürstenfeldbruck. Die Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck als nationalsozialistische Kaderschmiede wird in den größeren Kontext der bereits bestehenden Ausstellung „Münchner Polizei und der Nationalsozialismus“ eingebettet.

Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein museumspädagogisches Programm.

Öffnungszeiten: Di bis Sa 13.00 bis 17.00 Uhr / So und Feiertag 11.00 bis 17.00 Uhr

Weitere Infos unter www.museumffb.de



Schießübung der Polizeischule Fürstenfeldbruck, o.D., Sammlung S. Späth.
Foto: Museum Fürstenfeldbruck




zurück zur Übersicht