Corona: Landratsamt erlässt neue Allgemeinverfügung

Der Landkreis Fürstenfeldbruck hat sowohl nach Meldung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als auch des Robert-Koch-Instituts (RKI) den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen in den vorangegangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner überschritten: Der Wert beträgt bei beiden Institutionen 58,8 (Stand 14.00 Uhr). Nach der internen Trendberechnung des örtlichen Gesundheitsamts liegt dieser Inzidenzwert bei 61,82, Stand Sonntag, 11.10.2020, und 68,18, Stand Montag, 12.10.2020.  

Das Infektionsgeschehen ist nach wie vor in großen Bereichen diffus, d.h. es gibt viele Neuinfektionen, bei denen nicht geklärt werden kann, wo sich die betreffende Person angesteckt hat. Daneben gibt es 11 Infektionen resultierend aus einer privaten Geburtstagsfeier mit 13 Teilnehmern (2 Testergebnisse stehen noch aus), einen Familienverband mit 8 Fällen und eine Firma mit 5 Fällen, darunter vor allem Reiserückkehrer. Verschiedene Schulklassen unterschiedlicher Schulformen sind betroffen, ebenso nach wie vor Reiserückkehrer.  

Nach § 25 Absatz 3 der 7. Infektionsschutzverordnung „sollen“ die Kreisverwaltungsbehörden in dem Fall des Erreichens bzw. Überschreitens des Schwellenwertes von 50 die dort genannten Maßnahmen ergreifen.

Das Landratsamt erlässt aufgrund dessen eine neue Allgemeinverfügung: Neue Allgemeinverfügung  

Wesentliche Inhalte:

1. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum im Gebiet des Landkreises Fürstenfeldbruck ist auf maximal zwei Hausstände, nahe Angehörige oder auf Gruppen von bis zu fünf Personen beschränkt.
2. Bei Veranstaltungen ist die Personenzahl auf 25 in geschlossenen Räumen und bis zu 50 Personen unter freiem Himmel beschränkt.
3. Im Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen Beschränkung des Besuchs auf täglich eine Person, bei Minderjährigen auch von den Eltern oder Sorgeberechtigten gemeinsam während einer festen Besuchszeit;
4. Die Ausnahmen von der häuslichen Quarantäne werden verschärft: Für die vorzeitige Beendigung der häuslichen Quarantäne ist beim Gesundheitsamt die Vorlage eines zweiten ärztlichen Zeugnisses, das sich auf eine molekularbiologische Testung auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 stützt, die zwischen dem 5. und dem 7. Tag nach der Einreise vorgenommen wurde und welche ein negatives Testergebnis ausweist, erforderlich. Im Übrigen besteht die Pflicht zur Vorlage des ärztlichen Zeugnisses.
5. Ab Jahrgangsstufe 5 ist an allen weiterführenden und beruflichen Schulen im Landkreis Fürstenfeldbruck, die im Zeitraum vom 05.10.2020 bis 19.10.2020 von einem Infektionsgeschehen betroffen waren oder sind, der Unterricht in festen Klassenverbänden durchzuführen, ein klassenübergreifender Unterricht ist nicht möglich.
Bis 12.10.2020 14:00 Uhr waren die folgende Schulen in der Stadt betroffen und sind damit von der Anordnung umfasst:
• Berufsschule Fürstenfeldbruck
• Viscardi-Gymnasium Fürstenfeldbruck
Sollten ab dem 12.10.2020 noch weitere Infektionsgeschehen an Schulen bekannt werden, so gilt auch für diese die Anordnung. Eine Schule gilt als betroffen, wenn im genannten Zeitraum Quaran-tänemaßnahmen an der Schule erforderlich waren, da ein betroffener Schüler oder Lehrer im ansteckungsrelevanten Zeitraum die Schule besucht hat.
Eine Ausnahme gilt für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 an Grund- und Förderschulen.

Die Allgemeinverfügung tritt am 13. Oktober 2020 in Kraft und ist befristet bis einschließlich 
19.Oktober 2020. 

Ziel dieser Allgemeinverfügung ist, die weitere Ausbreitung des Coronavirus durch unmittelbare Ansteckung zu verhindern. Gleichzeitig soll erreicht werden, dass das bisher sehr erfolgreiche System der Kontaktpersonenermittlung so fortgeführt werden kann. Auch deshalb ist gerade dort, wo es um eine mögliche Vielzahl von Kontakten geht, eine Begrenzung notwendig. Dies gilt insbesondere auch für die Maßnahme, dass kein klassenübergreifender Unterricht stattfinden darf.  




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