„50 Jahre Olympia-Attentat 1972“ - Erinnerung an die Opfer

Der Terroranschlag während der Olympischen Spiele 1972 in München jährt sich 2022 zum 50. Mal: In Erinnerung an die zwölf Getöteten, widmen sich Institutionen aus München und Fürstenfeldbruck jeden Monat einem Opfer, seinem Leben und seinem Schicksal.

Januar: David Berger, Gewichtheber
Februar: Anton Fliegerbauer, Polizist 
März: Ze'ev Friedman, Gewichtheber
April: Yossef Gutfreund, Ringer-Schiedsrichter

Mai: Eliezer Halfin, Ringer

Elizier Halfin und seine Schwester wachsen als Kinder von Überlebenden der Schoa im sowjetischen Riga auf. Dort ist Halfin bereits ein erfolgreicher Freistil-Ringer. Jahrelang versucht die Familie ihren Verwandten nach Israel zu folgen. Das ist ihnen aufgrund der restriktiven Ausreisebestimmungen erst 1969 möglich. In Israel gelingt es ihm, den für alle Einwandernden verpflichtenden Hebräischkurs in einem Kibbuz nahe dem nationalen Wingate Institute zu absolvieren. So kann Halfin neben der Sprachschule weiter trainieren und sein großes Ziel verwirklichen, an den Olympischen Spielen teilzunehmen.
Am 5. September wird er in München als Geisel genommen und in der Nacht beim gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck getötet.

Foto: privat


Erinnerungsprojekt "Zwölf Monate - Zwölf Namen"

Der Landkreis Fürstenfeldbruck erinnert im Mai an den Freistil-Ringer Eliezer Halfin. Als Ergänzung zur Ausstellung „5. September 1972 – Das Ende der Heiteren Spiele von München“ wird im Landratsamt Fürstenfeldbruck über das Leben von Halfin als Privatmensch und als Sportler informiert. Die Ausstellung wurde 2012 zum 40. Jahrestag des Olympia-Attentats konzipiert. Seit 2017 steht die Ausstellung im Alten Tower im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck und wird regelmäßig von Gruppen besichtigt.

Der Landkreis Fürstenfeldbruck bemüht sich seit vielen Jahren, die Ereignisse vom 5. und 6. September 1972 einem breiteren Publikum anschaulich zu präsentieren und insbesondere die jüngere Generation für dieses zeitgeschichtliche Thema zu interessieren. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 31. Mai.

Der Landkreis bietet gemeinsam mit dem Historischen Verein für die Stadt und den Landkreis Fürstenfeldbruck e V. und den Gästeführern der Stadt Fürstenfeldbruck Ausstellungsrundgänge an:

Montag, 9. Mai, 10.00 und 17.00 Uhr
Donnerstag, 12. Mai, 14.00 Uhr
Dienstag, 17. Mai, 10.00 Uhr
Freitag, 20. Mai, 14.00 Uhr
Montag, 23. Mai,  14.00 Uhr
Dienstag, 24. Mai, 17.00 Uhr
Mittwoch, 25. Mai, 10.00 Uhr
Dienstag, 31. Mai, 14.00 Uhr

Der Ausstellungsrundgang dauert ca. 1,5 Stunden, der Eintritt ist kostenfrei. Pro Rundgang können 15 Personen teilnehmen. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich unter: oeffentlichkeitsarbeit@lra-ffb.de

Die Ausstellung kann von Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 bis 16.00 Uhr besichtigt werden.

Konzipiert und koordiniert wird das Erinnerungsprojekt „Zwölf Monate – Zwölf Namen: 50 Jahre Olympia-Attentat München 1972“ vom Jüdischen Museum München in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum München und dem Generalkonsulat des Staates Israel. Die Umsetzung erfolgt mit verschiedenen Kooperationspartnern.

Das Programm zu den monatlichen Gedenken wird laufend aktualisiert und ist einsehbar unter www.lra-ffb.de sowie unter https://muenchen1972-2022.de

Das Jüdische Museum München begleitet das Erinnerungsprojekt auf einem Blog und auf seinen Social Media-Kanälen unter dem Hashtag #OlympiaAttentat72

Der aktuelle Stand des gesamten Programms ist hier zu finden: 
Flyer "Zwölf Monate - Zwölf Namen: 50 Jahre Olympia-Attentat München 1972"




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