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Das Klosterrichterhaus (Hauptstraße 9) als Sitz des Klosterrichters, aus dessen Archiv sich einige Stücke noch im Stadtarchiv befinden. Die Geschichte der Archive in Fürstenfeldbruck verlief äußerst wechselhaft. Aufgrund der engen Verbindung des Marktes Bruck mit dem Kloster Fürstenfeld wurden Unterlagen zum Ort seit dem Mittelalter vom Klosterrichter, v.a. aber im Klosterarchiv verwahrt. Während das Klosterarchiv im Rahmen der Säkularisation (Aufhebung des Klosters) 1803 in das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München gelangte, stellen die Akten des Klosterrichters die älteste Schicht im Archivgut des Stadtarchivs dar. Erst die nach 1803 neuentstandene Marktgemeinde Bruck verwahrt ihre Unterlagen in eigener Verantwortung die damaligen Akten und Dokumente bilden heute das Gerüst des Stadtarchivs. Ab 1949/50 war man in Bayern bemüht, die Verwaltung und Archivierung des Schriftguts der staatlichen und kommunalen Behörden zu vereinheitlichen.

Ansicht des Klosters Fürstenfeld um 1700, wo bis 1803 das Klosterarchiv verwahrt wurde (Stich von Michael Wening) Von ehrenamtlichen Archivpflegern wurden die kommunalen Archive beraten bzw. aufgebaut, was aufgrund der teilweise chaotischen Verhältnisse der Nachkriegszeit dringend nötig war, denn Unbefugte und Unkundige haben die Akten durchwühlt, zerrissen, verbrannt, zum Altpapier geworfen und eingestampft.' [Fbrucker Tagblatt, 22./23. September 1951] Auch in Fürstenfeldbruck wurde 1950/51 das noch vorhandene Schriftgut erstmals erfaßt und ein Archiv gebildet noch ohne eigene Betreuung. 1977 jedoch beschloss der Stadtrat den Aufbau eines fachgerecht geführten Stadtarchivs, das künftig das Gedächtnis der Stadt' bilden sollte. Neben Schriftgut, Akten und Dokumenten der Stadtverwaltung (inklusive der Gemeindearchive Aich, Malching und Puch) sollte es auch Ortschroniken, Lokalzeitungen, Fotos und eine Sammlung zeitgeschichtlicher Dokumente (Festschriften, Vereinszeitschriften, etc.) umfassen, um alle Facetten des kommunalen Lebens zu dokumentieren.

Neues und Altes Rathaus um 1960 als Sitz der Verwaltung, deren schriftliche Überlieferung in erster Linie im Archiv liegt Zusätzlich sollte dem Benutzer als Hilfsmittel die wesentliche Literatur zur Ortsgeschichte zur Verfügung stehen. Dieser Auftrag spiegelt sich auch heute noch im Aufbau der Archivbestände wider. Seit 1989 hat das Stadtarchiv seinen Sitz im Klosterareal Fürstenfeld. Literatur: Weinzierl, Robert: Das Stadtarchiv Fürstenfeldbruck stellt sich vor, in: Rathaus-Report Juni 2004, S. 14f. Volpert, Michael: Nur Staub und Altpapier? Das Stadtarchiv Fürstenfeldbruck, in: Rathaus-Report Dezember 2004, S. 18f. Volpert, Michael: Nur Staub und Altpapier? Das Stadtarchiv Fürstenfeldbruck und seine Bestände, in: Brucker Blätter 15 (2004), 95-102 Volpert, Michael: Liegt die Wahrheit im Archiv? Das Stadtarchiv Fürstenfeldbruck, in: Brucker Blätter 16 (2005), 96-106 Volpert, Michael: Das Stadtarchiv Fürstenfeldbruck in Vergangenheit und Gegenwart, in: Amperland 42 (2006), 261-265
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