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Gedenken am Todesmarsch-Mahnmal
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Gegen das Vergessen: Zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens – unter Ihnen OB Sepp Kellerer – legten gemäß jüdischer Sitte zum Gedenken Steine am Todesmarsch-Mahnmal nieder


Fast 67 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen, fast 67 Jahre seit denen die Schreckensherrschaft des NS-Regimes beendet ist. Der 27. Januar, der Tag der Opfer des Nationalsozialismus und Internationaler Holocaust Gedenktag, ruft die Verbrechen im Dritten Reich jährlich ins Gedächtnis. Auch vor Fürstenfeldbruck machten die Gräueltaten der Nationalsozialisten nicht Halt. Noch in den letzten Kriegstagen im April 1945 mussten KZ-Häftlinge aus den Lagern Landsberg/Kaufering ihren Todesmarsch durch die Pucher und Dachauer Straße antreten.

Auch dieses Jahr fand am Todesmarsch-Mahnmal an der Ecke Augsburger / Dachauer Straße eine Gedenkveranstaltung für die vielen Häftlinge auf diesem Marsch statt. Zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens legten als Zeichen des Gedenkens getreu der jüdischen Sitte Steine am Mahnmal nieder. Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe der Mittelschule West riefen die unvorstellbar große Dimension des Nazi-Terrors in Erinnerung und verlasen Zeitzeugenberichte von Brucker Bürgerinnen und Bürger.

Demnach waren es Vierer- und Sechserkollonnen verhungerter und zerlumpter Menschen, die unter extremsten Bedingungen durch die Pucher und Dachauer Straße getrieben wurden. Die meist jüdischen Zwangsarbeiter wurden in Zügen Richtung Alpen befördert. Dort sollten sie letzten Widerstand leisten. Ihr Schicksal war jedoch ungewiss, die meisten starben bereits vorher. Sie waren hoffnungslos entkräftet von den Strapazen der Zwangsarbeit, Mangelernährung und katastrophalen hygienischen Verhältnissen.

„Wir leben seit 67 Jahren in Demokratie und Freiheit“, betonte Julia Zieglmeier vom Arbeitskreis Mahnmal, der die Gedenkstunde jährlich organisiert. Dies verpflichte, die Gräueltaten des NS-Regimes regelmäßig in Erinnerung zu halten, damit sich Ähnliches nicht wiederhole. Für Abba Naor, selbst ehemaliger KZ-Häftling und Überlebender des Holocaust, ist die Erinnerung Tag und Nacht präsent. Er appellierte an die Jugendlichen von heute, falsche Propheten zu meiden „Seid froh, in einem freien und demokratischen Land leben zu können, vertut diese Chance nicht.“


Buchempfehlung


Die wissenschaftliche Aufarbeitung der NS-Zeit in Fürstenfeldbruck hat die Stadt Fürstenfeldbruck im Rahmen eines Buchprojekts in Auftrag gegeben, das 2009 erschienen ist. Ziel war es, zentrale Bereiche der Geschichte der Stadt Fürstenfeldbruck in der Zeit des Nationalsozialismus zu erschließen:

Fürstenfeldbruck in der NS-Zeit.
Eine Kleinstadt bei München in den Jahren 1933 bis 1945.

Herausgegeben von Ferdinand Kramer und Ellen Latzin.
1. Auflage 2009
Verlag Schnell & Steiner, Regensburg
(ISBN 978-3-7954-2233-2)


Der Band ist am Infotresen im Rathaus und im Buchhandel für 34,90 € erwerbbar.




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